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Ausstellung im Rathaus : Ist das Kunst oder kann das weg?

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Verspielte Porzellan-Tischfiguren aus der Zeit um 1830, ein „Sofabild“, wie es in der guten Stube der Urgroßeltern hing, Kopenhagens Wahrzeichen „Die kleine Meerjungfrau“ als abstrakte Minifigur, ein Keramikteller mit einem „Segler im Sturm“, ein Rosen–Stillleben – all das und noch mehr gehört zu einer Ausstellung, die bis zum 15. Mai in der Vitrine des Rathaus-Foyers zu sehen ist. Das bunte Sammelsurium an Kunst, Nippes, Bildern, Büchern, Mitbringseln und Andenken aus 200 Jahren Familien-Kulturgeschichte hat die Keramikkünstlerin Professor Barbara Stehr zusammengestellt.

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erstellt am 01.Apr.2014 | 21:58 Uhr

Sie hat der Ausstellung das Motto „Ist das Kunst oder kann das weg?“ gegeben und will damit zum Nachdenken über die Spuren unser Vorfahren und die Spuren unseres Lebens anregen. „Kann das weg? Diese einst zum Kunst-Witz des Jahres avancierte Frage einer Putzfrau an ihren Museumschef beim Abräumen einer Modern Art-Ausstellung steht auch häufig beim Aufräumen von Wohnungen und Häusern, bei Umzügen oder beim Erben im Raum. Alles was älter als zehn Jahre ist, gerät in Gefahr, auf den Müll geworfen zu werden“, weiß die Künstlerin Barbara Stehr.

Doch Opas Wanduhr, Uromas Vertiko, die Familienbibel, der Wandteller von Kapitän Burmester oder die gestickten Tischdeckchen von Tante Dora sind Spuren des Lebens, erzählen Geschichten, wecken Erinnerungen und sind es wert, aufgehoben, statt weggeworfen zu werden. „Unsere Gegenwart erklärt sich aus dieser Vergangenheit. Das macht den Wert, den Kulturwert, der oft unscheinbaren dinglichen Überlieferung aus“, betont Barbara Stehr.

Mit ihrer Ausstellung will sie ein deutliches Nein zum Wegwerfen und ein deutliches Ja zum Behalten, Behüten und Vererben solcher Andenken an die Vergangenheit ausdrücken. „Kulturwert besteht aus der Aussagekraft der überlieferten Gegenstände darüber, wie unsere Vorfahren lebten, was sie liebten und worauf sie stolz waren“, so die Künstlerin.

Sie widmet die Ausstellung mit den „Schätzen“ aus ihrer Familie und befreundeten Familien dem Ersten Tornescher Kulturtag, der am Sonntag, dem 25. Mai, ausgerichtet wird und lädt an dem Tag von 11 bis 21 Uhr in ihr Atelier an den Hörnweg 28 zum Gedankenaustausch über „Ist das Kunst oder kann das weg?“ ein.

25. Mai im Atelier Stehr: Gespräche mit Kunstexperten / Vortrag über Stilgeschichte / „Familien-Schätze“ mitbringen

Der multikulturelle Verein Tornescher Allerlei richtet in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kunst- und Kulturschaffenden am Sonntag, dem 25. Mai, erstmals einen Tornescher Kulturtag aus. Auch die Keramikkünstlerin Professor Barbara Stehr beteiligt sich. Ihre aktuelle Ausstellung im Rathaus weist darauf hin, was die Besucher im Atelier Stehr am 25. Mai in der Zeit von 11 bis 21 Uhr am Hörnweg 28 erwartet: Nämlich ein Treffen mit KunstExperten, einen Vortrag über Stilgeschichte und Stilbildung sowie Gespräche über das Behalten, Behüten und Vererben von Kunst, Nippes, Bildern, Fotos, Büchern und Andenken an die Vorfahren.

Die Besucher sind aufgerufen, aufbewahrte „Schätze“ vergangener Lebens- und Kulturepochen mitzubringen und sich mit Museums- und Kunstexperten über den „Kulturwert“ und den persönlichen Wert dieser Stücke auszutauschen. (syk)

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