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Theater am LMG : Interessanter als die Bundeskanzlerin

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mit der Liebe kennt sich „Justin“ (Pelle Haas) aus – auch mit ihren Tücken. „Du willst ein bisschen Sex, ein bisschen Nähe, aber nicht zu viel. Du willst die Liebe wie einen Gin Tonic konsumieren, aber plötzlich will der Gin Tonic mitreden“, erklärt er das Problem weltmännisch. „Frederike“ (Ronja Koch) ist entsetzt. „Willst du sagen, dass ich dein Gin Tonic bin?!“, ruft sie.

Neun Männer sitzen neun Frauen gegenüber. Sie haben fünf Minuten Zeit, sich ineinander zu verlieben. Dann wechselt der Gesprächspartner. Speed-Dating nennt sich das Spielchen, „Passt schon...“ das Stück, mit dem die Theater-AG des Ludwig-Meyn-Gymnasiums nicht nur die moderne Partnersuche, sondern auch die Eigenarten der Großstädter persiflierte.

Da ist der breitbeinige Holzhändler „Max“ (János Kneifel) aus Barmstedt. Er ist aus der Provinz ausgebrochen. Dass es in Hamburg so viele Singles gibt, wundert ihn nicht: „Wenn sie keine Singles mehr sind, ziehen sie so schnell wie möglich in ein Reihenhaus in Barmstedt“, sagt er. „Michael“ (Jonathan Gorsolke) nervt die Frauen mit seiner Genauigkeit. Er liest seine Fragen ab, notiert sich alle Antworten. „Informationen sind die Grundlage jeglicher Entscheidung“, lautet seine Strategie bei der Partnersuche.

Doch als „Sophia“ (Annika Preck) eingeschnappt ist, wächst er über sich hinaus und bricht mit der richtigen Geste im richtigen Moment das Eis. Die tippelnde, immer lächelnde „Selina“ (Tara Eydeler) lässt die Männer kaum zu Wort kommen. Der schüchterne „Achim“ (Mario Müllerschön) schafft es nicht, die Frauen mit der schönsten Überraschung seines Lebens – „Ich bin im Flugzeug upgegradet worden“ – zu beeindrucken. Und „Anne“ (Mareike Otzdorff) seufzt am Ende: „Das war kein Singletreff, das war 'ne Resterampe.“ Die 42-köpfige Truppe aus den Jahrgängen acht bis 13 sowie ihre Lehrer Andreas Gunst und Björn Manthey hatten die Figuren gemeinsam entwickelt. Fast zwei Stunden lang unterhielten sie das Publikum auf hohem Niveau. Die ironische Charakterisierung der Typen, die witzigen Dialoge, die schnellen Szenenwechsel fesselten die Zuschauer. Die u-förmige Bühne nahm sie mitten ins Geschehen hinein.

Bei den sechs Aufführungen hatten die Schüler einen großen Zulauf. Selbst die Bundeskanzlerin zog ihnen nicht das Publikum ab.

Als Angela Merkel (CDU) am Freitag die Tornescher Gemeinschaftsschule besuchte, sahen sich Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) und rund 130 weitere Gäste lieber das Theater am Gymnasium an.

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erstellt am 08.Mai.2012 | 21:11 Uhr

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