Flüchtlingshilfe : Integrationsarbeit fördern

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Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Immer mehr Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten suchen Schutz in Deutschland und werden proportional zu den Einwohnerzahlen verteilt. Im Kreis Pinneberg wird dieses Jahr mit 1584 Flüchtlingen gerechnet. 169 davon werden in Wedel untergebracht.

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08. Juli 2015, 21:58 Uhr

Seit Oktober 2014 haben sich diverse Gruppen aus ehrenamtlichen Helfern gebildet, die die Flüchtlinge insbesondere in der Eingewöhnungsphase unterstützen. Sie verteilen sich auf Kommitees zu den Themen Begrüßung, Begleitung und Beschaffung, unterrichten Deutsch im Sprachtreff oder arbeiten im WillkommensCafé. „Die Hilfsbereitschaft der Wedler war enorm und hat bis heute nicht nachgelassen“, sagte Ute Wichmann, Vertreterin der Begrüßungsgruppe.

Um die 30 bis 40 ehrenamtlichen Helfer bei ihrer Arbeit zu unterstützen, richtete die Volkshochschule (VHS) Wedel nun eine zehn-Stunden-Stelle für die Sozialpädagogin Behnaz Samadi ein. Sie wird die Ehrenamtlichen künftig beraten, Einzelfragen klären und einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch organisieren. Darüber hinaus plant sie eine Fortbildung der Helfer im September, um sie für behördliche Besonderheiten zu schulen, aber auch ihre Wahrnehmungen für die unterschiedlichen Kulturen zu schärfen. „Wir haben aufgrund unserer Deutschkurse seit jeher eine zentrale Rolle in der Integrationsarbeit eingenommen“, sagte VHS-Leiterin Cornelia Mayer-Schwab. Daher freue man sich nun, der wertvollen Arbeit der Ehrenamtlichen durch die neue Stelle Rechnung zu tragen.

Die Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer ist sehr vielfältig. Sie begleiten die Asylbewerber beispielsweise zu Behördengängen und Arztterminen, nehmen notwendige Kontakte zu Kindergärten und Schulen auf oder helfen bei der Orientierung im Alltag. Das WillkommensCafé in der Höbüschentwiete 11 ist die zentrale Anlaufstelle für alle Flüchtlinge. Immer dienstags von 15 bis 17 Uhr werden hier Kontakte hergestellt und Probleme angesprochen. Da es sich um einen offenen Treff handelt, sind auch alle anderen Interessierte herzlich eingeladen. „Wir schaffen so einen Ort der Begegnung, der den Bürgern helfen soll, ihre Berührungsängste vor den Flüchtlingen zu verlieren“, sagte Ingeborg Rehm, eine der Café-Mitarbeiterinnen.

Die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer suchen laufend weitere Unterstützung. Wer Lust hat, sich zu engagieren, soll zunächst das WillkommensCafé besuchen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Anschließend könne man sich telefonisch mit Behnaz Samadi unter 04103/915 497 in Verbindung setzen oder ihre Sprechstunde, Mittwochs von 10 bis 12 Uhr in der VHS (Zimmer 205) nutzen.

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