Integration macht Schule

Es ist normal, verschieden zu sein. Wenn das nicht nur eine Phrase ohne Inhalt ist, dann geht das alle an. „Inklusive Pädagogik“ insofern auch das G8-Gymnasium. Und so ist es ganz offensichtlich auch. Im Sommer dieses Jahres hat das Kieler Bildungsministerium an die Gymnasien im Land appelliert, sich mit dem Thema Inklusion zu befassen. Zeitgleich und unabhängig davon wurden erste „zarte Bande“ zwischen dem Förderzentrum „Geschwister-Scholl“ an der Birkenallee und der Ludwig-Meyn-Schule an der Seminarstraße geknüpft. Es wurde der Gedanke entwickelt, mit einer Integrationsmaßnahme im Sommer 2014 zu starten. Konkret betreffen diese Pläne drei Kinder mit einem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“, die derzeit die vierte Klassenstufe besuchen. Diese Pläne sind inzwischen weit fortgeschritten.

shz.de von
26. November 2013, 21:51 Uhr

Nachdem man sich am städtischen Gymnasium Bad Segeberg, wo es bereits integrative Klassen gibt, hinsichtlich der Erfahrungen in der Praxis erkundigt hat, steht nun fest, dass es mit Schuljahresbeginn 2014/15 erstmals eine Integrationsklasse auch am Ludwig-Meyn-Gymnasium geben wird. Die Schulkonferenz hat der Idee mit großer Mehrheit zugestimmt. Die integrative Beschulung der Kinder erfolgt als Schulversuch bis zur Klassenstufe sechs, also erst einmal zwei Jahre lang.

Seitens des Ministeriums wurden dem Gymnasium zusätzliche Ressourcen zugesagt, und auch das Förderzentrum unterstützt die Pädagogen am LMG mit zwölf Lehrerstunden pro Woche (Doppelbesetzung in der einzurichtenden Klasse). Das Gymnasium sei besonders geeignet, um den Kindern ein stabiles soziales Umfeld zu bieten, so Bettina Michaelsen, Leiterin der Geschwister-Scholl-Schule. Sie und LMG-Schulleiter Alexej Stroh weisen darauf hin, dass bei den drei Integrations-Kindern kein Regelschulabschluss angestrebt wird. Gemeinsamen Unterricht wird es insbesondere in den Fächern Kunst, Musik, Sport, Religion und Physik geben. Mathematik, Deutsch und Englisch werden den drei Kindern separat zuteil. Es wird davon ausgegangen, dass für die Entwicklung und die Persönlichkeitsbildung der Kinder das Erlernen eines selbstverständlichen Umgangs mit Menschen mit Behinderungen eine Bereicherung darstellt. Man unterstreicht zudem, dass auch das Gymnasium sich der Frage nach einer gemeinsamen Verantwortung nicht entziehen kann. Andere Schularten seien, wenn sie Inklusion alleine betreiben müssten, überfordert. Man wolle Erfahrungen sammeln, um sich ein eigenes Urteil zu den Möglichkeiten und Grenzen einer inklusiven Beschulung bilden zu können.

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