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Einwohnerversammlung : „Integration kann nur im Ort erfolgen“

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Man hört viele Geschichten, die nicht richtig sind“, sagte Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU) am Montagabend während der Einwohnerversammlung der Gemeinde. Etwa 500 Bürger waren in die Distelkamphalle gekommen, um sich über die Flüchtlinge im Ort und vor allem die weitere Entwicklung zu informieren.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2016 | 19:35 Uhr

Hunderte Asylbewerber in einem Containerdorf hinter dem Bürgerhaus oder auf dem Nahkauf-Gelände, sogar Tausende in der Marseille-Kaserne – der Bürgermeister berichtete von etlichen Gerüchten über die weitere Entwicklung, die laut Banaschak alle eins gemeinsam haben: Sie sind kompletter Blödsinn.

50 Flüchtlinge wohnen derzeit in Appen in zwölf Unterkünften. Dabei handelt es sich um sieben Familien und 25 Einzelpersonen. Die Mehrzahl der Neuankömmlinge stammt aus Syrien. Dazu kommen Migranten aus Afghanistan, dem Iran und aus dem Jemen.

Dass die Belastungen für die Appener sich bisher in Grenzen halten, unterstrich die Aussage einer Bürgerin. 50 Flüchtlinge seien bei 5000 Einwohnern ein Witz und würden praktisch gar nicht bemerkt, stellte sie fest. „Die meisten Flüchtlinge, die jetzt noch kommen, werden auch bleiben“, erklärte Amtsdirektor Rainer Jürgensen. Wie viele das sein werden, lasse sich aber nicht sagen und liege nicht in der Verantwortung des Amts Moorrege. Dieses übernehme nur die Verteilung der dem Amt zugewiesenen Asylbewerber in den sieben Amtsgemeinden. Damit die Asylbewerber untergebracht werden können, sollen hinter dem Appener Bürgerhaus vier mobile Unterkünfte entstehen. Dort dürften etwa 24 Neuankömmlinge Platz finden. Der Standort ist bewusst gewählt worden. „Die Gemeindevertretung ist der Auffassung, dass Integration nur im Ort erfolgen kann“, betonte Banaschak. Deshalb sollen im Gewerbegebiet, das ebenfalls zur Diskussion stand, keine Migranten wohnen.

Um die Integration kümmern sich momentan vor allem 13 ehrenamtliche Helfer. Organisation von Sprachkursen, Unterstützung bei Behördengängen, Hilfe im Alltag, Vermittlung von Praktika in Betrieben – die Freiwilligen greifen den Asylbewerbern in etlichen Bereichen unter die Arme und werden dabei von Vereinen wie dem TuS, der Feuerwehr und der evangelisch-lutherischen St. Johannes-Kirchengemeinde unterstützt.

Sogar eine Homepage wurde eingerichtet, um die Verteilung von Sachspenden und Geldern zu koordinieren. „Wir könnten noch weitere Helfer gebrauchen“, erklärte Ehrenamtskoordinator Ulrich Rahnenführer. Er und sein Team wollen den Flüchtlingen nicht nur kurzfristig zur Seite stehen. Sie wollen ihnen auch eine Perspektive für die Zukunft geben. „Wir arbeiten daran, dass viele aus dem Sozialsystem raus können“, so Rahnenführer. Der Ehrenamtskoordinator ist froh, dass die Flüchtlingshilfe so gut angenommen wird. „Es spricht für Appen, dass wir alle an einem Strang ziehen“, sagte er.

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