420 Arbeitsplätze gefährdet : Insolvenzantrag: Uetersener Papierfabrik Feldmuehle ist pleite

Seit Februar 2015 firmierte die ehemalige Stora-Enso-Niederlassung als Feldmuehle Uetersen GmbH.
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Seit Februar 2015 firmierte die ehemalige Stora-Enso-Niederlassung als Feldmuehle Uetersen GmbH.

Das Unternehmen ist drei Jahre nach Loslösung von dem finnisch-schwedischen Konzern Stora Enso pleite.

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25. Januar 2018, 12:51 Uhr

Uetersen | Die Uetersener Papierfabrik ist pleite: Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat die Geschäftsführung der Feldmuehle Uetersen am Mittwoch Insolvenz angemeldet. Etwa 420 Mitarbeiter müssen nun um ihre Arbeitsplätze bangen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter des mittelständischen Unternehmens ist Rechtsanwalt Dr. Tjark Thies aus Hamburg bestellt worden. Verfügungen des Uetersener Unternehmens sind nun nur noch mit seiner Zustimmung wirksam. Der Geschäftsbetrieb werde aber uneingeschränkt fortgeführt, heißt es seitens des Unternehmens. „Das betrifft die Produktion genauso wie Einkauf, Vertrieb, Marketing und Logistik“, sagt Thies. Heiner Kayser, Geschäftsführer der Feldmuehle Uetersen GmbH ergänzt: „Unsere Kunden können sich darauf verlassen, weiterhin pünktlich beliefert zu werden.“ Lieferanten könnten laut Kayser bei Neubestellungen sicher sein, ihr Geld zu erhalten. Die Gehälter der Beschäftigten seien bis Ende März über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Noch im Februar 2015 hatte sich die traditionsreiche Papierfabrik von dem finnisch-schwedischen Großkonzern Stora Enso losgelöst. Selbstständig firmierte das Unternehmen seither wieder unter dem Namen Feldmuehle. Zurück zu den Wurzeln war damals das Motto von der Geschäftsführung. Es gab einen neuen Businessplan und mehr Personal. Auch das Produktportfolio wurde erweitert: Zellstoffkarton, Liner, nassfestes Etikettenpapier, flexibles Verpackungspapier und grafisches Papier.

„Die Feldmuehle wird die begonnene strategische Neuausrichtung mit den insolvenzrechtlichen Mitteln fortführen. Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen insbesondere prüfen, inwiefern diese wirtschaftliche Sanierung ganz aus eigener Kraft in Frage kommt“, heißt es nun von der zuständigen Unternehmensberatung Ruppert Fux Landmann. Eine Alternative sei demnach auch die Übernahme durch einen Investor.

Die Feldmuehle Uetersen wurde als „Norddeutsche Papierfabrik Hirt & Jenß” 1904 gegründet. Heute ist sie einer der größten Arbeitgeber der Region. Das Unter­nehmen beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 420 Mitarbeiter. Jährlich werden 250.000 Tonnen Papierprodukte mit zwei Maschinen gefertigt. Etiketten­papier, Ver­packung­spapier, grafische Kraftliner, Zell­stoff­karton und gestrichenes Feinpapier gehören unter anderem zu den Produkten.

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