Generationenquartier : Inklusiv und selbstbestimmt

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„Wie hoch sind die Quadratmeterpreise?“, „Sind auch im Außenbereich Stolperfallen vermieden worden?“ „Stimmt das Drumherum: Gibt es eine günstige Verkehrsanbindung, um in die Stadt zu kommen?“ Verena Bentele hatte viele Fragen im Gepäck. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen war auf Einladung des Elmshorner Bundestagsabgeordneten Dr. Ernst Dieter Rossmann zu Gast in der Krückaustadt, um sich über das Mehrgenerationenquartiert am Henry-Dunant-Ring zu informieren.

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15. Mai 2015, 18:41 Uhr

„Heute bin ich Wissensuchende: Ich habe ich mehr Fragen als Antworten“, sagte Bentele zur Begrüßung. Gemeinsam mit Gastgeber Rossmann, Kreis Pinnebergs Behindertenbeauftragtem Axel Vogt, SPD-Kreistagsabgeordnetem Hans-Peter Stahl, Elmshorns Fraktionschef Ulrich Lenk, Vertretern des „Vereins für selbstbestimmtes Wohnen am Sandberg“, der den Anstoß zum Bau des Mehrgenerationenprojektes gegeben hatte, der Paritätischen Pflege Schleswig-Holstein sowie zukünftigen Bewohnern machte sich die seit ihrer Geburt blinde Bentele ein Bild von dem Projekt auf dem Areal des ehemaligen Hauses Elbmarschen. Die frühere deutsche Biathletin, Skilangläuferin, vierfache Weltmeisterin und zwölffache Paralympics-Siegerin, die im Juni vergangenes Jahres zur Behindertenbeauftragten ernannt wurde, bemängelte, dass aktuell in Deutschland gerade 1,5 Prozent des Wohnraums barrierefrei sei – und das bei einem stetig steigenden Bedarf.

Von dem Elmshorner Modellprojekt zeigte sie sich beeindruckt und riet den Beteiligten, es unter www.inklusionslandkarte.de zu präsentieren. Semmelhaack-Projektleiter Hartmut Thede informierte über die Ziele und Stand des Generationenquartiers. Im April sind die ersten Bewohner eingezogen, bis September sollen alle 224 Wohneinheiten vermietet sein.

Das Quartier zwischen Turnstraße und Burdiekstraße, das das Wohnungsunternehmen Semmelhaack realisierte, bietet Lebensraum für Singels, ältere Menschen, Familien mit Kindern und Menschen mit Handicap, die ihr laut UN-Behindertenkonvention zugesprochenes Recht auf ein inklusives, selbstbestimmtes Leben nutzen möchten. Das Neubauviertel besteht aus 17 Reihenhäusern und neun Mehrfamilienhäusern. Die Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, die zum Teil öffentlich gefördert wurden, sind 50 bis 80 Quadratmeter groß; die Reihenhäuser verfügen über fünf Zimmer und rund 125 Quadratmeter. Alle sind barrierearm gestaltet. Der Quadratmeterpreis liegt bei den geförderten Wohnungen bei 8,50 bis 10 Euro. Als Besonderheiten geplant sind unter anderem ein Wohncafé und eine 24-Stunden-Betreuung.

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