„Tratsch im Treppenhaus“ : Ingrid Weinberg erstaunt Publikum

Sie ist der Star des Wochenendes in Moorrege und eine schauspielerische Entdeckung. Ingrid Weinberg hat bei zwei Aufführungen der Komödie „Tratsch im Treppenhaus“ das Publikum in Erstaunen versetzt.

Avatar_shz von
21. April 2013, 21:37 Uhr

Die Ehefrau des Bürgermeisters Karl-Heinz Weinberg stand zum ersten Mal auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und übernahm gleich die Hauptrolle. Als sie sich nach dem Auftritt der Theatergruppe des Kulturforums Moorrege am Sonnabend verbeugte, applaudierten die Zuschauer stehend, pfiffen und johlten vor Begeisterung. „Die Rolle war für sie auf den Leib geschnitten. Ich bin ganz begeistert“, sagte Brigitta Kunde aus Wedel. Rolf Riesebeeter aus Moorrege stellte beeindruckt fest: „Das hat man ihr nicht zugetraut.“ Die Arme in die Hüften gestemmt, die Nase keck in die Luft gereckt und die Ohren überall – so spielte Weinberg den tratschenden Hausdrachen „Meta Boldt“. Unvergleichlich klang ihr entrüsteter Ruf „Och“, den sie bei jeder Neuigkeit im Leben der Nachbarn „Hanna Knoop“ (Gülay Atas-Freyberg) und „Ewald Brummer“ (Hermann Wilkens) aufgeregt ausstieß. Anlässe dazu gab es genug: tropfende Balkonblumen, ungeputzte Treppen, verbotene Untermieter, heimliche Liebschaften. Am Ende kommt sie über ihre Doppelzüngigkeit beinahe zu Fall.

Einen überzeugenden Einstand als Schauspielerin feierte auch Ina Mühlenbruch, die von 2010 bis 2011 die Moorreger Karnevalisten als „Prinzessin Ina I.“ repräsentiert hatte. In der Komödie spielte sie die Rolle der „Heike Seefeld“, der die Herzen sämtlicher Männer zufliegen. Mit klimperndem Augenaufschlag und resolutem Charme wendet sie so manches Schicksal im Treppenhaus. Am Ende verhilft sie sogar „Meta Boldt“ zum Rendezvouz mit dem Hauswirt „Bernhard Tramsen“ (Dieter Norton).

Die Rolle der „Heike“ sollte zuerst Daniela Reimers spielen, die auch das Bühnenbild bauen wollte, aber krankheitsbedingt ausfiel. An ihrer statt stellte Klaus Balzun-Kanehl die schlichte Kulisse eines 1970er-Jahre Mietshauses mit Original-Lichtschalter und Kohlenschaufel her. Er spielte zudem „Heikes“ Vater.

Heidi Kabel feierte mit dem Stück von Jens Exler einst einen ihrer größten Triumphe. In Moorrege inszenierte Regisseurin Ponny Uhlenbruck den Schwank. „Es ist eine schöne Gruppe mit einer guten Energie“, sagte sie.

Der Moorreger Turnverein präsentierte das Stück anlässlich seines 100-jährigen Bestehens. Mehr als 500 Besucher folgten der Einladung.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert