Veranstaltung bei Fusionsbegleiter Ramboll : Infos für den weiteren Fusionsweg

Gemeinsam in einem eigens bestellten Bus der KViP sind Mitglieder des Uetersener Fusionsausschusses, des Tornescher Hauptausschusses sowie die Verwaltungsspitzen beider Kommunen am 4. September in die Hamburger Burchardstraße gefahren, um in den Räumen des Unternehmens Ramboll an einem Infoabend „Lernen von Fusionsprozessen“ teilzunehmen.

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05. September 2012, 20:23 Uhr

Das mit dem Erstellen eines Gutachtens zu den Vor- und Nachteilen einer Fusion der Städte Tornesch und Uetersen beauftragte Büro Ramboll hatte zu diesem Infoabend eingeladen, um anhand eines erfolgreich abgelaufenen Fusionsprozesses und eines nicht erfolgreichen Fusionsprozesses den Tornescher und Uetersener Politikern und Verwaltungsspitzen Denkanstöße und Diskussionsgrundlagen zu geben. Das Unternehmen Ramboll Management Consulting hat in Niedersachsen Fusionsprozesse begleitet und als erfolgreichen Fusionsprozess die Stadt Geestland (ab 1. Oktober 2014) im Landkreis Cuxhaven und als nicht erfolgreichen Fusionsprozess die Stadt Bleckede im Landkreis Lüneburg herausgesucht und jeweils die Bürgermeister eingeladen.

„Die Veranstaltung war gut. Ich fühle mich bestätigt in meiner Haltung zur Fusion mit ihren Vorteilen und Schwierigkeiten“, betont Bürgermeister Roland Krügel. Er hatte das Thema Fusion Tornesch-Uetersen nach einem bereits gescheiterten Versuch, der wegen Unstimmigkeiten beider Kommunen Ende 2007 abgebrochen worden war, erneut 2010 als Thema eingebracht. „Es geht bei einer Fusion nicht alleine ums Geld, das haben auch die Ausführungen der beiden Bürgermeisterkollegen deutlich gemacht. Ich bin froh, dass wir das Gutachten in Auftrag gegeben haben, dann ist die Politik gefragt, sich dazu zu äußern“, so Krügel.

Dass eine erfolgreiche Fusion nicht 1:1 auf eine andere Kommune umsetzbar ist, sei an dem Abend auch noch einmal deutlich geworden, aber eben auch, dass der von Tornesch und Uetersen eingeschlagene Weg mit dem Gutachten und der professionellen Begleitung bis zur Entscheidungsfindung richtig sei.

In ihren Vorträgen gingen Thorsten Krüger (Bürgermeister der Stadt Langen, ab 2014 Bürgermeister der Stadt Geestland mit 30000 Einwohnern nach Fusion mit Bederkesa) und Jens Böttcher (Stadt Bleckede, 10000 Einwohner – nach einem zweijährigen Fusionsprozess mit der Samtgemeinde Dahlenburg, 6000 Einwohner, und dem Amt Neuhaus, 5000 Einwohner, Bürgervotum gegen die Fusion) darauf ein, welche Informationen vor einer Fusion entscheidungsrelevant und welche Vorbereitungen zu treffen sind und was im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern zu beachten ist.

Im Fall von Langen und Bederkesa sei eine finanzielle Fusionshilfe vom Land geflossen, so Krügel. Im Fall von Bleckede sei die Fusion nicht genehmigungsfähig gewesen, weil sie in einer Bürgerbefragung abgelehnt wurde und es in der Ratsversammlung einen Patt-Beschluss gegeben habe, so Krügel. „Wir sollten nicht so lange warten, bis der Gesetzgeber uns die Fusion vorgibt“, so Krügel.

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