Kommunalwahl 2018 : In Uetersen startet das Verhandeln um die Ämter

Spannung bei den Grünen (Bernd Möbius, von links, Bianka und Jens Ewald) am Wahlabend. Am Ende wurden sie mit 15,7 Prozent aller Stimmen die drittstärkste Kraft in Uetersen. Die Grünen ärgerten sich jedoch massiv über die geringe Wahlbeteiligung. Man müsse darüber nachdenken, ob eine solche Ratsversammlung überhaupt noch demokratisch legitimiert sei, hieß es.
Spannung bei den Grünen (Bernd Möbius, von links, Bianka und Jens Ewald) am Wahlabend. Am Ende wurden sie mit 15,7 Prozent aller Stimmen die drittstärkste Kraft in Uetersen. Die Grünen ärgerten sich jedoch massiv über die geringe Wahlbeteiligung. Man müsse darüber nachdenken, ob eine solche Ratsversammlung überhaupt noch demokratisch legitimiert sei, hieß es.

Spekulationen nach der Wahl, aber die CDU lässt sich nicht in die Karten schauen: Wer wird Stadtrat und Bürgervorsteher?

shz.de von
08. Mai 2018, 12:00 Uhr

Uetersen | Bis zum 11. Juni, dem Tag der konstituierenden Ratsversammlung, ist noch jede Menge Zeit für die Parteien, sich von dem Ergebnis der Kommunalwahl zu erholen beziehungsweise Pläne für die Zukunft zu schmieden. Die Sitzung der ersten Ratsversammlung der neuen Wahlperiode beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

Dann geht es auch um die Vergabe der Posten. Wichtigste Position ist zweifelsohne die des Bürgervorstehers. Dieses Amt übt derzeit Adolf Bergmann aus. Bergmann gehört der CDU-Fraktion an, die am Sonntag stärkste Fraktion (neun Mandate) geworden ist. Gut möglich also, dass Bergmann erneut antritt und dann auch vom Rat gewählt wird.

Es wird neu gewürfelt

Auch das Zugriffsrecht des Ersten Stadtrats − Vertreter von Bürgermeisterin Andrea Hansen − üben die Christdemokraten aus. Amtsinhaber ist Andreas Faust, der bei der Kommunalwahl nicht angetreten ist, dem Rat in Zukunft also auch nicht mehr angehört. Dort wird also ganz neu „gewürfelt“. Flurgeflüster gibt es bislang nicht, die CDU möchte, Fraktionschef Andreas Stief zufolge, Namen erst nach der konstituierenden Fraktionssitzung − vermutlich im Mai − bekanntgeben.

Auch ob er beabsichtigt, erneut als Chef des Hauptausschusses zu kandidieren, ließ Stief gestern im Gespräch mit unserer Zeitung offen. „Ich finde nicht, dass wir auf den innerparteilichen Prozess verzichten sollten“, verwies Stief ebenfalls auf die konstituierende Sitzung seiner Fraktion. Die CDU ist der Wahlsieger, das sieht auch Stief so, der allerdings betrübt darüber ist, dass die beiden jungen Kandidaten, die die CDU gerne mit einem Direktmandat ausgerüstet hätte, den Sprung in den Rat nicht geschafft haben. Sowohl Leon Stark als auch Niklas Reibe verloren gegen SPD-Bewerber (Rolf Brüggmann und Thomas Manske). Da müsse man noch einmal genau hinschauen, so Stief, und das Wählervotum auch dahingehend analysieren. Jetzt heiße es aber, nach vorne zu schauen und dem Wählerwunsch zu entsprechen. Es gelte, das in die CDU gesetzte Vertrauen zu erfüllen.

Zwei Sitze weniger für die SPD

Die SPD kann nicht zufrieden mit dem Wahlausgang sein. Nur fünf der insgesamt 14 zu vergebenden Direktmandate konnten die Sozialdemokraten erobern, zwei weniger als 2013. Unter anderem verloren hat Fraktions- und Parteichef Ingo Struve, der jedoch über die Liste in die Ratsversammlung eingezogen ist. Struve: „Wir haben einen guten Wahlkampf geführt, ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mitstreiter.“ Über das Engagement sei das Wahlergebnis nicht erklärbar. „Wir haben zu drei Veranstaltung eingeladen mit Themen, die die Bürger eigentlich interessieren sollten.“ Bitter sei die Erkenntnis, dass man die Wähler nicht im erforderlichen Maß erreicht habe. Struve weiter: „Erfreulich ist, dass sich die Frauenquote in der Ratsversammlung verbessert hat. Zehn Frauen in der Ratsversammlung hatten wir noch nie.“

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