Im Gespräch : In Sachen Bauernhof-PR

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Es ist nicht mehr viel übrig von der Bauernhof-Romantik des vergangenen Jahrhunderts, als die landwirtschaftlichen Betriebe noch Mittelpunkt der Dörfer waren, Scharen von Kindern durch die Ställe tobten und jedem jede Tür offen stand. Oder vielleicht doch?

shz.de von
12. Juni 2014, 18:45 Uhr

Was ist geblieben von dem einstigen Flair, nachdem sich eine Branche quasi neu erfunden hat? Und wofür stehen Landwirte heute: für die Industrialisierung der Lebensmittelherstellung oder nachhaltigen Umgang mit Resourcen? Es sind Frage wie diese, die am kommenden Sonntag gestellt werden dürfen, wenn Bauernverband, Landjugend und LandFrauenVerband zum alle zwei Jahre stattfindenden Tag des offenen Hofes einladen. Im Kreis Pinneberg beteiligen sich drei Betriebe an dem bundesweiten Aktionstag: neben der Glißmann GbR in Kölln-Reisiek (Grauer Esel 3) und dem Hof Hachmann in Bevern (Hauptstraße 12) auch der Erlebnisbauernhof Almthof in Appen.

„Ziel ist es, dem Verbraucher die Landwirtschaft zu zeigen, wie sie heute praktiziert wird“, sagte der studierte Landwirt und Chef auf dem Almthof, Hauke Pein. Die Fülle an Information wird gemischt mit einem ansprechenden Rahmenprogramm. 33 Betriebe beteiligen sich in diesem Jahr allein in Schleswig-Holstein, bundesweit sind es etwa 800. Vertreten sind alle landwirtschaftlichen Zweige, die Milchviehwirtschaft ebenso wie Obstbau, Ackerwirtschaft, Schweine- und Geflügelaufzucht.

Pein und seine Kollegen, allesamt spezialisiert auf die Milchviehwirtschaft und den Futtermittelanbau, wollen vor allem zweierlei: mit Vorurteilen aufräumen und werben für eine Branche, die nach dem radikalen Umbau in den vergangenen drei Jahrzehnten mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Auch Hauke Pein ist deshalb interessiert an einem Dialog mit den Verbrauchern und setzt wie wohl kein anderer Landwirt in Schleswig-Holstein auf ständige Transparenz: Das Konzept seines Erlebnisbauernhofes wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet, die Besucher kommen aus allen Landesteilen nach Appen.

Die moderne Landwirtschaft, auch das soll der Tag des offenen Hofes zeigen, ist leistungsfähig, gut vernetzt mit anderen Wirtschaftszweigen, von großer Bedeutung für den Arbeitsmarkt, die Kulturlandschaft und die Gesellschaft nicht nur auf dem Land.

Tag des offenen Hofes auf dem Almthof: Das Programm

Erstmals findet der Tag des offenen Hofes bundesweit einheitlich am kommenden Sonntag statt. Für Hauke Pein und seine Familie, Betreiber des Almthofes, bedeutet das: Es ist alles wie immer. Das Unternehmen steht Besuchern das ganze Jahr über offen, Schauen und Staunen lässt sich im Appener Almtweg gut kombinieren mit einem spannenden Spielprogramm. Das wird am Sonntag nicht anders sein. Hinzu kommt allerdings ein ansprechendes Informationsangebot, das die Jungzüchter etwa mit dem witzigen Kuhfladenlotto kombinieren. An ihrem Stand können Kinder außerdem kleine Holzkühe erwerben und bemalen. Schließlich wird interessierten Besuchern erläutert, woran sich eine gute Milchkuh erkennen lässt. Die Landfrauen werden ebenfalls mit einem Stand vertreten sein, an dem Besucher sich außerdem für den Gummistiefel-Weitwurf anmelden können. Nicht fehlen darf der Bauernverband. Auch an seinem Stand gibt es Informationen rund um die Agrarwirtschaft. Dauer der Veranstaltung: 10 bis 16 Uhr.

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