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Uetersener Nachrichten

11. Dezember 2017 | 16:50 Uhr

Redaktionsbesuch : In neuer Rolle mitgestalten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Wir dürfen Europa nicht nur rein ökonomisch betrachten. Europa muss auch ökologisch und sozial zusammen wachsen“, diese Botschaft lag dem ehemaligen SPD-Parteivorsitzenden und Bundesarbeitsminister, Franz Müntefering besonders am Herzen.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2012 | 21:13 Uhr

Es sei wichtig, gemeinsame Regeln zu finden, um Europa für die Zukunft zu sichern. Auch wenn er heute nicht mehr in der ersten Reihe der Berliner Politik steht, seine Kampfeslust hat Franz Müntefering noch lange nicht verloren. Er verteidigte die Agenda 2010, die er unter Bundeskanzler Gerhard Schröder maßgeblich mitgestaltete. „Ich bin auch heute noch zutiefst davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war.“ Seine bisher schwierigste Entscheidung sei ohnehin der Militäreinsatz auf dem Balkan gewesen. „Ich war bis dahin fest der Meinung, dass Deutschland sich nicht in die Belange anderer Länder einmischen solle.“ Eine Ansicht, die Müntefering in Regierungsverantwortung revidieren musste.

Auch heute habe er noch einen vollen Terminkalender, doch es sei wesentlich entspannter, „wenn man auch mal eine Stunde länger schlafen kann“. Heute genieße er es, in einer anderen Funktion und mit anderen Aufgaben, weiterhin Politik zu machen. „Besonders wichtig ist das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt.“ Nur dass er das jetzt deutlich entspannter tun könne, als damals. „Da bekommst Du im Auto einen Anruf und musst Dich zu einer Sache äußern, ohne die Hintergründe zu kennen.“ Die Finanzkrise in Europa sei nicht das Problem hoher Schulden, sondern das Problem von Spekulanten, die sich auf Kosten der gemeinsamen Währung und der Einheit Europas bereichern wollen. „Dem müssen wir entschieden entgegentreten. Das Zögern der Regierung Merkel zu Beginn der Krise war ein Weg ohne jede Vernunft.“ Müntefering setzt darauf, dass das Europaparlament mehr Handlungsspielräume für die Gestaltung der Europäischen Union bekomme. „Die Zukunft Europas liegt derzeit in den Händen von Staatschefs, die immer noch nationale Politik machen.“

Nach gut einer Stunde brach Franz Müntefering wieder auf. Zu einer Diskussion über die älter werdende Gesellschaft. Er ist mittendrin. Und denkt nicht ans Aufhören.

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