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Brücke Klevendeich : In einem Monat soll es geschafft sein

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In einem Monat soll es geschafft sein: Mitte Mai kann die Drehbrücke Klevendeich nach einer dreimonatigen Sanierungsphase planmäßig wiedereröffnet werden. „Alle Arbeiten liegen im Zeitrahmen“, konnten Claus Reese und sein Kollege Holger Buhmann vom zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Itzehoe mitteilen. Der Umweg über Uetersen, den alle Nutzer der denkmalgeschützten Pinnauquerung seit dem 15. Februar in Kauf nehmen müssen, gehört dann der Vergangenheit an.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 18:07 Uhr

„Die Reparatur war fällig und die richtige Entscheidung“, sagte Buhmann. Die Korrosion an der Stahlkonstruktion war erheblich, die Holzbohlen, die den Straßenbelag bildeten, zum Teil stark verfault. Von der Sanierung erhoffen sich die Mitarbeiter des Straßenbauamtes den Erhalt der 129 Jahre alten Brücke für mindestens weitere 15 Jahre. Von diesem Zeitrahmen sprach auch Verkehrsminister Reinhard Meyer bei seinem Besuch in der Autobahnmeisterei Elmshorn in der vergangenen Woche. 820000 Euro der 13,5 Millionen Euro, die Land und Bund bis 2017 in die Infrastruktur im Kreis Pinneberg investieren wollen, fließen in die Sanierung der ältesten funktionsfähigen Drehbrücke Deutschlands. Sie ist Teil der Landesstraße 289 und verbindet seit 1887 die Haseldorfer mit der Seestermüher Marsch zwischen dem Moorreger Ortsteil Klevendeich und Neuendeich.

„Die Brücke Klevendeich ist ein schönes Bauwerk mit einem hohen Identifikationspotential für die Menschen“, sagte der Minister. Aber auch wenn ein Abriss der Drehbrücke derzeit kein Thema sei, könne er nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. „Eine Brücke muss nutzbar sein, ansonsten ist sie nicht tragbar“, so der Landespolitiker.

Mit der Umsetzung der Renovierungs- und Reparaturarbeiten sind Polier Steffen Waurig und seine Kollegen von der Görlitzer Firma Sandstrahl Schuch beschäftigt. „Wir liegen gut in der Zeit“, bestätigte der Vorarbeiter. „Teilweise liegen wir zeitlich vor dem Plan“, konnte er berichten. Zu Beginn der Renovierungsarbeiten wurde das Mittelstück der Brücke, das Drehelement, von seinem Sockel gelöst und auf die Klevendeicher Seite gezogen. Anschließend wurden die drei Brückenteile „eingehaust“, das heißt mit einem Gerüst aus Holz und Planen umbaut.

„Um arbeiten zu können, brauchen wir bestimmte klimatische Bedingungen. Wir verwenden Mehrkomponentenfarbe. Dafür darf es nicht zu feucht und nicht zu kalt sein“, erläuterte Waurig. Besonders fasziniert ist er von den historischen Nietenverbindungen der aus nicht-schweißbarem Stahl gefertigten Brückenkonstruktion. In dem beheizbaren Raum, der unter den Planen entstand, wurde die Baustelle eingerichtet. Der Rost wurde entfernt. Inzwischen ist die mehrfach aufgetragene Beschichtung getrocknet. Parallel werden jetzt die abgetragenen Holzbohlen gewaschen und wenn nötig ersetzt und die Elektrik der Drehkonstruktion generalüberholt. Auch das defekte, aber schmucke Drehrad, mit dem die Brücke bis 1975 per Hand geöffnet und geschlossen wurde, wird repariert und soll bis zum 13. Mai in neuem Glanz erstrahlen.

Brückenfest zur Wiedereröffnung

Die Wiedereröffnung der Drehbrücke Klevendeich wollen der Verein Tourismus in Marsch und Geest (TiMG) und das Team um Elbmarschenhausleiterin Edelgard Heim gebührend feiern. Die Planungen laufen auf Hochtouren. „Angedacht ist ein Brückenfest im Stil der Feier zum 125-jährigen Geburtstag der Brücke vor vier Jahren“, sagte Schriftführerin Hannelore Kops. Das genaue Datum steht noch nicht fest. Gefeiert wird auf dem Gelände der gegenüberliegenden Fahrradscheune mit einem bunten Programm für die ganze Familie sowie einer Dokumentation der Bauarbeiten. Ein ausführlicher Bericht folgt.

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