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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 20:43 Uhr

Forderung : „In die Mottenkiste“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Auch Schwule sollen künftig Blut spenden dürfen. Das verlangt der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Ernst Dieter Rossmann. In einem Brief hat der Politiker jetzt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) aufgefordert, die Bundesärztekammer in einem Spitzengespräch zu einer Änderung ihrer Transfusionsrichtlinie zu drängen.

shz.de von
erstellt am 08.Jul.2013 | 20:54 Uhr

„Es ist überhaupt keine Frage, dass der Ausschluss homosexueller Männer vom Blutspenden eine Diskriminierung darstellt“, so Rossmann. „Eigentlich sollten auch die Ärzteorganisationen ein Interesse daran haben, das Aufkommen an Spenderblut, das ja bekanntlich gerade in Ferienzeiten häufig niedrigste Marken erreicht, zu erhöhen.“ Für die Patienten, bei denen Blutspenden eingesetzt werden, kann Rossmann keine Gefährdung durch ein neues Verfahren erkennen. „Das Risiko liegt schließlich nicht in der sexuellen Orientierung sondern im Sex mit wechselnden Partnern – und dieser Aspekt wird vorm Blutspenden ohnedies abgefragt.“ Der Abgeordnete weist darauf hin, dass sowieso grundsätzlich alle Blutspenden untersucht werden. „Das Blutspendeverbot für Schwule gehört in die Mottenkiste“, fordert der Sozialdemokrat. Die Bundesärztekammer dürfe sich nicht mit dem Hinweis auf EU-Bestimmungen herausreden, mahnt Rossmann mit Blick auf entsprechende Äußerungen von Ärztevertretern. „In der Brüsseler Richtlinie geht es nur um Risikoverhalten, Sex zwischen Männern als Ausschlussgrund ist dort überhaupt nicht erwähnt. Andere EU-Länder wie Italien und Portugal verzichten deshalb auch auf die diskriminierende Formel.

“ Der Bundesgesundheitsminister soll sich deshalb jetzt klar gegen den diskriminierenden Ausschluss von Schwulen vom Blutspenden bekennen, fordert Rossmann. „Und diese Haltung muss Bahr auch von der zuständigen Bundesärztekammer deutlich einfordern. Das Verbot muss jetzt schnell vom Tisch!“

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