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Marschtreff Hetlingen : In 100 Tagen eben mal etabliert

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Vor genau 100 Tagen begann ein Experiment, das der Testphase rasant entwachsen und ein großer Erfolg werden sollte: Der MarschTreff in Hetlingen, ein kleiner Einkaufsladen mit Café und jeder Menge Menschlichkeit trägt sich. Die Zahl der Kunden und Anteilseigener wächst ebenso wie das Angebot.

Der gemütliche Laden mit dem himmelblauen Schild und den Sitzgelegenheiten innen wie außen liegt mitten im Dorf und gehört den Genossenschaftsmitgliedern. 47 sind es aktuell, mehr als doppelt so viele wie bei der Gründung. Sie sind gut organisiert mit einem geschäftsführenden Vorstand und einem Aufsichtsrat. Und weil das Projekt so viele Menschen anspricht und überzeugt, „kommen ständig neue Genossen dazu“, sagte Vorsitzender Robert Wieber.

35 Stunden pro Woche ist der Laden geöffnet, 17 ehrenamtliche Mitarbeiter teilen sich den Dienst. Das hält die Kosten gering und trug erheblich dazu bei, dass niemand ernsthaft befürchtete, das Projekt könnte scheitern. Veränderungen sind deshalb auch kein Thema, mit einigen Ausnahmen: „Wir haben inzwischen jemanden eingestellt, der den MarschTreff einmal in der Woche reinigt. Das ist die einzige hauptamtliche Kraft“, sagte Aufsichtsratsvorsitzende Ines Bitow.

Außerdem wird das Angebot ständig erweitert. „Demnächst übernehmen wir das Merchandising und den Kartenvorverkauf für den HMTV. und auch für Veranstaltungen in der Horster Elbmarschenhalle haben wir Karten“, sagte Rusta Mizani, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Die Liste lässt sich noch erweitern: Der Genossenschaft gehört ein kleiner Autoanhänger, der bald ausgeliehen werden kann, und voraussichtlich am Ende der Ferien kann man im MarschTreff auch Verbandskästen kaufen. Seit kurzem gibt es im Kassenbereich auf dem Tresen eine kleine Aktionsfläche, auf der Neuigkeiten zeitlich begrenzt ausgestellt und angeboten werden.

Derjenige, der die Leckereien entdeckt, ist Robert Wieber. „Ich gehe für mein Leben gern einkaufen“, sagte er. Und weil er seine Augen offen hält, kommen ihm immer wieder Neuigkeiten unter.

Viele regionale Anbieter und Bio-Qualität, diese beiden Kriterien gehören zum Standard des MarschTreffs, der eng mit dem Holmer Öko-Service und dem Haseldorfer Imker Jochen Steinhardt-Wulff zusammenarbeitet. Immer wieder bringen Mitglieder selbst gebackenen Kuchen oder Smoothies für den Verkauf, beides tagesfrisch.

Viel wichtiger ist allerdings noch ein anderer Aspekt: die warme Atmosphäre und menschliche Nähe! Wie in den legendären „Tante-Emma-Läden“ ist Zeit im MarschTreff ein Gut, mit dem nicht gegeizt wird. Kinder kommen zu Besuch und wandeln ihr Kleingeld in Süßigkeiten um.

Während sie bezahlen, erzählen sie von ihrem Tag und ihren Erlebnissen. In den Erwachsenen hinter dem Tresen haben sie interessierte Zuhörer, die auch dann nachfragen, wenn die nächsten Kunden schon warten. „Jeder Mitarbeiter hat hier seine Fans“, sagte Ines Bitow. Sie kommen auf einen schnellen Kaffee oder auch ein ausgedehntes Frühstück, manchmal nur für einen kurzen Klönschnack. Vor allem Frauen haben den Laden mit Café als Treffpunkt für sich entdeckt.

Und auch die Zahl der Ausflugsgäste, die eine Rast im MarschTreff einlegen, steigt an. Sie sorgten dafür, dass von einem Sommerloch an der Hauptstraße 37 bislang nichts zu spüren ist.

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erstellt am 10.Aug.2014 | 20:07 Uhr

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