Verdienstorden : Immer im Einsatz fürs Dorf

Mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist Heinz Lüchau gestern in Kiel ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Torsten Albig überreichte den Orden an den Haseldorfer Christdemokraten. Über ein Vierteljahrhundert lenkte er als Bürgermeister die Geschicke der Kommune. Die Initiative zur Auszeichnung ging von seinem alten politischen Weggefährten Jonny Schlichting aus.

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26. November 2012, 21:02 Uhr

„Super“ und „richtig feierlich“ fand der Geehrte die Übergabe. Zusammen mit Gattin Margret, ihren Kindern sowie den Bürgermeistern Andrea Hansen (Uetersen) und Uwe Schölermann (Haseldorf) war er in die Landeshauptstadt gefahren.

Nicht nur eine große Liebe zu „seinem Dorf“ zeichnete Lüchau aus, was sich in einem hohen und fürsorglichen Engagement ausdrückt. Der Ausgezeichnete wirkte auch ausgleichend. Er hat ein Händchen, in schwierigen Situationen Lösungen zu finden. „Heinz macht das schon“, war ein geflügeltes Wort in Haseldorf.

Seine kommunalpolitische Laufbahn begann 1974 mit dem Einzug in die Gemeindevertretung – als Freidemokrat. 1981 trat Lüchau zur CDU über, weil der passionierte Wassersportler meinte, dort mehr für seinen Verein tun zu können. Am 19. April 1986 wurde er zum Bürgermeister gewählt. Viele weitere Ehrenämter folgten. Viele, für das Dorf wichtige Vorhaben tragen seine Handschrift. Die Erweiterung und den Verkauf des Altenheimes, den Anbau von Grundschule und Feuerwehrgerätehaus, den Neubau von Amtsgebäude und Schlossparkstadion sowie die Erschließung von Neubaugebieten fielen in seine Amtszeit. Für die Herrichtung der Bandreißerkakte für den Kulturverein Haseldorfer Marsch und die Einrichtung des Elbmarschenhauses hat er sich engagiert.

Das finanziell größte Projekt war die Dorfentwässerung. Doch die 14-Millionen-Mark-Investition funktionierte nicht so, wie es die Ingenieure vorhergesehen hatten. Sogar an Weihnachten war das Gemeindeoberhaupt gefordert, um bei einer Störung für Abhilfe zu sorgen. Lüchau fand die Lösung, in dem zusammen mit dem Nachbarn Haselau und dem AZV der „Abwasserverband Elbmarsch“ (AVE) gegründet wurde. Nachdem die Hetlinger Klärwerker über das Netz wachen, haben die Hausbesitzer und der Bürgermeister Ruhe. Die politische kniffligste Aufgabe dürfte die Suche eines Partners nach dem Ende der Haseldorfer Amtsverwaltung sein. Den Zuschlag bekam Uetersen. Haseldorf blieb ein Bürgerbüro, das die Marschmer weiterhin bei Behördenangelegenheiten ansteuern können. 2001 war ihm die Freiherr-vom-Stein-Gedenkmedaille verliehen worden. Im September des vergangenen Jahres verkündete Lüchau dann: „25 Jahre sind genug.“ Er reichte den Bürgermeisterstab weiter an seinen ersten Stellvertreter Uwe Schölermann (CDU). Ganz kann er allerdings nicht von der Politik lassen. Weiterhin engagiert sich der 77-Jährige in der Gemeindevertretung sowie in Ausschüssen für sein Dorf. Und an der Spitze des Haseldorfer Amtsausschusses steht er nun schon seit über 22 Jahren.

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