Adonai-Konzerte : Immer engagiert – nie Routine

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Schon wenn der Uetersener Gospel-Chor „Adonai“ mit dem afrikanischen Lied „Mashiti“ in die Klosterkirche einzieht, wird jedem Zuhörer klar: Jetzt kommt etwas ganz, ganz Besonderes. Es ist gute Tradition in der Rosenstadt, dass „Adonai“ auf die Weihnachtszeit einstimmt, es ist gute Tradition, dass Adonai mit dem Singen von „Mashiti“ seine Konzerte beginnt.

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12. Dezember 2011, 19:31 Uhr

Aber das, was dieser Chor dann bietet, hat nichts mit Langeweile und Routine zu tun. Die Sängerinnen und Sänger von Adonai sprühen geradezu vor Freude an dieser Musik, aber auch vor Freude an dem Miteinander, an dem akribisch Gelernten. Und sie haben hart gearbeitet an diesem Reigen internationaler Weihnachtslieder. Leiter Eberhard Kneifel beansprucht Perfektion und hohe Schwierigkeitsgrade, das Geheimnis der großen Stimmigkeit von Adonai ist allerdings, dass jedes einzelne Mitglied dieses großen Chores genau das auch will.

Und dieses ungeheure Engagement zahlt sich aus, sauber und präzise in der Ausführung, schillernd und glorios in der Interpretation, 15 Weihnachtslieder aus Europa, aus Südamerika, wunderschön, fröhlich, swingend.

Mit vielen kleinen, überraschend überragenden Soli, dem großen Solo des von allen bejubelten Gänsehaut-Produzenten André Marten in „I heard the bells“, einer klangvollen Querflöten-Begleitung von Mitsuhiro Ikenoya und der behutsamen Klavierbegleitung von Christoph Hahn, der für die plötzlich erkrankte Pianistin eingesprungen war und der ganz offensichtlich auch Spaß an der Zusammenarbeit mit dem anspruchsvollen Chor hatte. Doch Adonai kann auch „ohne“, sang das berühmte Weihnachtslied „Deck the Hall“ a capella ohne instrumentale Begleitung und „Yuletide rhytm'n“ ganz schnell und vielstimmig gesprochen, ganz ohne Noten mit einem sehr sympathischen – sie wären sonst einfach zu perfekt – kleinen Stolperer. Wie gut, dass Adonai sein Lied „Mashiti“ hat, mit dem es auch energisch wieder aus der Klosterkirche auszieht, das Publikum hätte noch Stunden nach Zugaben verlangt.

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