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Chorknaben Uetersen : Im Zauber der Klangwelten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das Schöne an „seinen“ Männern sei, sagte Chorleiter Hans-Joachim Lustig einmal, dass man mit ihnen zum einen gut arbeiten und zum anderen auch Ungewöhnliches zur Aufführung bringen könne. Erstens seien sie richtig gut, zweitens bereit, immer wieder Neues zu entdecken. Von der Qualität der Männerstimmen der Chorknaben Uetersen und von der künstlerischen Bandbreite konnten sich am Wochenende mehr als 120 Besucher eines Konzertes in der Erlöserkirche ein eigenes Bild machen.

Es waren vertraute Musikstücke zu hören, aber auch drei Welturaufführungen. Persönlichen Kontakten des Chorleiters zu Paul Mealor, der für die Hochzeit von Prinz William & Kate Middleton (Thronfolgerpaar in Großbritannien) komponierte, ist es zu verdanken, dass zunächst das Stück „I saw Eternity“ erklingen konnte. Ein Werk, das Mealor für die Uetersener Männer geschrieben hat. Übrigens bevor der in Wales lebende „Royal Wedding music composer“ seine Werke für das Thronfolgerpaar schrieb. Man hätte ihn sich jetzt gar nicht mehr leisten können, so Lustig. Weitere Uraufführungen komponierten Aleksander S. Vujic aus Serbien („Du bist min“, mittelhochdeutscher Text) und Ola Gjeilo aus Norwegen (Sacred Light). Auch diese beiden Werke wurden eigens für die Männerstimmen komponiert.

Alle drei erstmals zu hörenden Stücke konnten durch individuelle kompositorische Eigenarten überzeugen beziehungsweise regten zur Diskussion an. Dass sich die drei jungen Komponisten gerade die Uetersener Bässe und Tenöre ausgesucht haben, belegt, welchen Stellenwert dieser Chor auch international inzwischen genießt. Die Besucher waren im Zauber dieser (neuen) Klangwelten gefangen und durften sich als erste damit auseinandersetzen.

Und dem Uetersener Konzertpublikum darf zu Recht eine ganze Menge zugetraut werden. Schließlich ist das Publikum Teil der „Chorstadt“.

Natürlich soll an dieser Stelle nicht die inzwischen sehr gute Zusammenarbeit zu dem Saxofonisten Stefan Kuchel verschwiegen werden. Kuchel setzte aufgrund seines Könnens auch diesmal wieder brillante musikalische Akzente. Auch während der Uraufführungen, die eingebettet waren in so vertraute Stücke wie „O Du schöner Rosengarten“ (anonymus) und „Ave Marie (Franz Biebl). Das Konzert war nach der Aufführung am Ossenpadd noch zweimal zu hören. Zunächst in der Jakobikirche in Lübeck und am Sonntag in der Quickborner Marienkirche.

Auch dort „ernteten“ die Sänger, Saxofonist Kuchel und natürlich Dirigent Hans-Joachim Lustig den verdienten Applaus, der sicherlich dazu beitragen wird, diesen Weg der musikalischen Experimente weiter zu beschreiten. So darf das Konzertpublikum auf weitere Welturaufführungen und Überraschungen hoffen.

Vielleicht sogar schon in diesem Jahr (im November mit dem Sirius String Quartet), ganz bestimmt aber 2013.

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erstellt am 18.Jun.2012 | 21:08 Uhr

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