zur Navigation springen

Veranstaltung mit Forstdirektor i.R. : „Im Wald ist immer alles neu“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Waldkindergartenkinder sind das ganze Jahr hindurch draußen, bei jedem Wetter. Was für viele Erwachsene unvorstellbar ist, biete den Kindern optimale Entwicklungsmöglichkeiten, meint Hans-Albrecht Hewicker, Forstdirektor im Ruhestand.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2016 | 20:00 Uhr

Auf einem Informationsabend im AWO-Kindergarten am Merlinweg referierte Hewicker vor interessierten Eltern über die Waldkindergartenpädagogik. Bettina Hansen und Nicole Gramm, Erzieherinnen der Tornescher Waldgruppe „Die Waldmäuse“, beantworteten die Fragen der Teilnehmer, auf Plakate waren Impressionen des Waldkindergartenalltags ausgestellt. Gastredner Hewicker gehörte 1990 zum Vorstand der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“, als zwei Erzieherinnen, die das Konzept in Dänemark kennengelernt hatten, mit der Idee eines deutschen Waldkindergartens an ihn herantraten. Nach zweijährigem „Kampf mit den Behörden“, so Hewicker, wurde dieser endlich in Flensburg eröffnet. „Das war der Startschuss für einen erstaunlichen Boom, Ende der 90er Jahre gab es in Schleswig-Holstein bereits 120 Waldkindergärten, und das Bundesland ist bis heute führend.“ Der Forstwissenschaftler meint, dass die Vielfalt an Möglichkeiten im Wald viel größer ist als im Regelkindergarten. Mit Zapfen, Ästen, umgefallenen Stämmen, Matsch und vielem mehr sei eine ungeheure Menge an Spielzeug vorhanden. „Die Spielsachen im Kindergarten kennen die Kinder bald, sie bleiben immer gleich. Im Wald verändert sich alles ständig, auch im Laufe der Jahreszeiten, es ist immer alles neu“, resümierte Hewicker.

Die 16 Kinder der Tornescher „Waldmäuse“ jedenfalls unternehmen spannende Dinge, davon zeugen die ausgestellten Fotos: Sie bauen Tipis, essen einen gemeinsam zubereiteten Buchenblättersalat, spielen „Stein-Memory“, basteln mit Naturmaterialien, erlernen den Umgang mit dem Feuer oder unternehmen einen Ausflug ins „Maislabyrinth“. Im Wald, so Hewicker, würde die Selbstverantwortung der Kinder gestärkt, denn: „Man lernt von Anfang an, dass das Leben gefährlich ist. Wer drei Mal über eine Baumwurzel gestolpert ist, guckt danach besser hin.“ Große Gefahren lauerten in den Wäldern indes nicht, versicherte er den Eltern. Bei plötzlichem Sturm oder Gewitter steht den „Waldmäusen“ ein Bauwagen zur Verfügung, bei angesagten Unwettern sind die Kinder im AWO-Bewegungskindergarten zu Gast. Zum Schutz vor giftigen Pflanzen und Infektionen, zum Beispiel mit dem Fuchsbandwurm, dürften die Kinder ohne Erlaubnis im Wald nichts essen. „Die Unfallhäufigkeit ist im Waldkindergarten insgesamt niedriger als im Regelkindergarten“, erzählte Hewicker.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert