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Naturschutz : Im Tävsmoor gibt es von allem mehr

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der inzwischen 137 Mitglieder starke Verein zum Schutz des Tävsmoors bereitet sich auf die nächste Saison vor und steht unverändert für solide ökologische Arbeit und eine hervorragende Mitgliederstruktur. Hinzu kommen zahlreiche gute Nachrichten, die Vorsitzender Johann Behnke während der Hauptversammlung am Freitag überbrachte.

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erstellt am 14.Feb.2016 | 19:27 Uhr

Gut 100 Vereinsangehörige und Gäste drängelten sich im Saal des Heistmer Lindenhofes, angezogen von dem Wunsch nach aktuellen Informationen über die Entwicklung eines Naturschutzgebietes, das inzwischen rund 180 Hektar groß ist und viele Vereinsmitglieder durch ehrenamtliche Arbeit seit Jahren maßgeblich mit prägen.

Und es gab sie, diese Informationen! Da war zunächst die Nachricht von der stetigen Ausbreitung vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten, etwa Bachnelkenwurz oder Sumpfdotterblume. „Außerdem haben wir auf unserer Orchideenwiese im vergangenen Jahr 32 Pflanzen gezählt“, sagte Johann Behnke.

Ein beeindruckender Erfolg, wenn man bedenkt, dass die Floristen vor zehn Jahren gerade mal zwei Pflanzen entdecken konnten. „Wir haben mit der Pflanze eine Rarität, die in anderen Naturschutzgebieten nur selten zu finden ist“, sagte der Vereinschef.

Und auch diese Botschaft dürfte Kenner des Gebietes gefreut haben: Johann Behnke geht davon aus, dass es in den nächsten Jahren gelingen könnte, den Vormarsch der Kanadischen Traubenkirsche zu stoppen. Die äußerst vitale und nicht heimische Gehölzart breitet sich rasant aus und behindert damit die Entwicklung eines Gebietes erheblich.

„Die Traubenkirsche hat keine Fressfeinde hierzulande. Läuse gehen nicht drauf, und von Tieren wird sie auch nicht verbissen“, sagte Behnke. Also durchkämmen jährlich mindestens einmal zehn aktive Vereinsmitglieder das Tävsmoor und entfernen Jungbäume mit der Hand, größere mit Hilfe eines Treckers. „Das ist riesig viel Arbeit, aber ich glaube, wir können es schaffen“, so Behnke. Das Tävsmoor zeichnet sich unter anderem durch den großen Bestand an Tag- und Nachtfaltern aus. Inzwischen soll es annähernd 800 verschiedene Arten geben. Im Verein gibt es mit Birgitt Piepgras allerdings nur eine Spezialistin, die ein Auge auf die Entwicklung der Populationen hat. Zu wenig, wie Behnke weiß, der nun darauf hofft, dass sich weitere Vereinsmitglieder für das Thema begeistern können. „Die Vielzahl der Schmetterlinge ist ein Zeichen, dass das Moor in Ordnung ist“, sagte er.

Bevor Stabsfeldwebel Thorsten Göpfert einen viel beachteten Vortrag über die Entwicklung des Fliegerhorstes von etwa 1927 bis 1945 hielt, sprachen die Mitglieder dem Vereinskassenwart Rainer Witthohn ihr Vertrauen aus und bestätigten ihn für zwei weitere Jahre im Amt.

Die ersten Gelegenheiten für Interessierte, sich vor Ort über das Naturschutzgebiet zu informieren, gibt es am Freitag, 27. Mai und 3. Juni. Dann führt Behnke durch das renaturierte Moor.

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