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Piraten : Im Kieler Landtag wollen sie in der Mitte sitzen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Vier Direktkandidaten hat die Piraten-Partei im Kreis Pinneberg für die Landtagswahl aufgestellt. Patrick König tritt im Wahlkreis Pinneberg-Elbmarschen an, Thomas Hooge in Pinneberg, der Landesvorsitzende Hans-Heinrich Piepgras in Elmshorn und Udo Radloff in Pinneberg-Nord. Auf der Liste stehen auch die Elmshornerin Birgitt Piepgras, Ehefrau des Landes-Chefs, und Gerald Hinz aus Seestermühe.

Gewählt wurden die Kandidaten im Oktober. Am Dienstag stellten sie sich in Sparrieshoop vor. Fast 20 Gäste besuchten eine Diskussion im Restaurant Marone am Bahnhof, darunter ein TV-Team.

Patrick König aus Wedel studiert Medieninformatik. Der 26-Jährige will den Landeszuschuss für die Fachhochschule (FH) Wedel erhalten. „Die Mittel werden bis 2020 oder 2022 zusammengestrichen, was ich persönlich für ziemlich dumm halte, denn wir haben viel zu wenig Studienplätze“, sagte er. Ein Platz an einer öffentlichen Hochschule koste das Land rund 6000 Euro, an der halbprivaten FH nur 3000 Euro. Es störe ihn, dass Betriebe stärker beteiligt werden sollen und dadurch mehr Einfluss erhalten. Hans-Heinrich Piepgras entwickelt bei einer Hamburger Firma Online-Banking-Systeme. Auf die Frage, was die Piraten anders als andere Parteien machen wollen, sagte der 50-Jährige: „Ich kann nicht konkrete Einzelpunkte nennen. Wir wollen die Art und Weise, Politik zu machen, ändern.“

Er will sich für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung sowie die Rücknahme überzogener Sicherheitsmaßnahmen einsetzen. Er könne sich vorstellen, mit anderen Parteien zusammenzuarbeiten, allerdings nicht in einem starren System, sondern themenbezogen. Im Landtag wolle er in der Mitte sitzen oder „dort, wo Platz ist“.

Inhaltlich kritisierte Piepgras, dass die Regierung bei ihrem Sparkurs „wie mit einem Rasenmäher“ vorgehe. „Ich wünsche mir eine prozessorientierte Bewertung, um das Einsparpotenzial an Personal und Ressourcen zu erkennen“, so der Software-Entwickler. Auch Hooge arbeitet im IT-Sektor. Dem 44-jährigen Systemberater liegt die Netzpolitik am Herzen. Er warnte: „Wissen, das jetzt existiert, ist elektronisch gespeichert. Das ist sehr flüchtig.“

Radloff bemängelte, dass die Berufsabschlüsse etlicher Einwanderer nicht anerkannt werden. „Viele müssen von Sozialhilfe leben, obwohl sie fachlich sehr qualifiziert sind“, sagte der 53-jährige Familiencoach. Sein bildungspolitisches Ziel: Jeder Schüler soll unabhängig von seiner sozialen Herkunft die gleichen Chancen haben.

Die Piraten umfassen landesweit rund 800, im Kreis Pinneberg kommen sie auf etwa 70 Mitglieder.

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erstellt am 18.Apr.2012 | 20:27 Uhr

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