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Sommerinterview : Im Frühjahr Umzug ins Bürgerhaus?

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In unregelmäßiger Folge stellen die Bürgermeister der Umgebung im Rahmen eines Sommerinterviews ihre Ziele und Wünsche für die Zukunft ihrer Gemeinden vor.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2015 | 18:40 Uhr

Jürgen Neumann hat das Wohl von Heist fest im Visier. Der Ausbau des Breitbandnetzes, der Umzug in ein neues Gemeindebüro und der Erhalt von Heist als familienfreundliche Gemeinde haben für ihn Priorität. Seit September 2009 hat der pensionierte Geschäftsführer der Stadtwerke Tornesch und Verbandsvorsitzende des Zweckverbands Breitband Südholstein das Bürgermeisteramt übernommen. Von ihm stammt die Erkenntnis: „Kleine Gemeinden brauchen keine Parteien. Bei uns gibt es Probleme und Aufgaben, die wir gemeinsam lösen und erledigen.“

UeNa: Welche Themen liegen aktuell in Heist an?

Jürgen Neumann: Verschiedene verkehrsregelnde Maßnahmen liegen in Heist an: Der geplante Kreisverkehr im Bereich Wedeler Chaussee beim „Grünen Zentrum“ ist ein langfristiges Projekt. An den Planungen ist der Bund beteiligt. Wir wünschen uns eine Verkehrsberuhigung im Bereich der Schule. Denkbar ist eine Ampel, die anspringt, wenn jemand zu schnell fährt. In anderen Bundesländern wird diese Form der Geschwindigkeitskontrolle bereits praktiziert. Viele Gemeindevertreter ärgert, dass im Sinne der Schulwegsicherung noch nichts passiert ist. Auch hier ist das Problem, dass die Wedeler Chaussee eine Bundesstraße ist. Da können wir nicht selbst entscheiden.

Ein weiteres Thema ist die Bebauung im Ort. Wegen minimaler Bodenbelastungen ist die Genehmigung für den B-Plan am Netto-Supermarkt noch nicht erteilt worden. Hier könnten 40 Grundstücke vergeben werden. Auf jeden Fall müssen wir etwas machen. In diesem Jahr wird noch entschieden wo. Der Bedarf ist da, Heist ist ein beliebtes Dorf.

Das Thema Breitbandversorgung wird weiter verfolgt. Wir streben die Versorgung des ganzen Ortes mit Glasfaser an.

Die Kindertagesstätte hat in Lydia Glindmeier eine neue Leiterin gefunden. Seit zwei Jahren versuchen wir einen Krippenanbau zu realisieren. Aber wir haben noch immer keine Freigabe vom Kreis. Der Waldkindergarten hat sein Gelände bislang direkt von einem Landwirt gepachtet. Aus sicherheitsrechtlichen Gründen übernimmt die Gemeinde den Vertrag jetzt. Seit dem 1. August hat die Grundschule in Uta Heyer eine neue Leitung.

Der Sportverein läuft gut. Was ärgerlich ist: Wir haben einen Schmierfink in der Gemeinde, der mit seiner Spraydose alles besprüht - auch die Skateranlage. Die Anlage und der Jugendtreff werden mit Unterstützung aus Moorrege finanziert und instand gehalten.

UeNa: Die neue Förderperiode der AktivRegion Pinneberger March & Geest ist angelaufen. Plant Heist einen Antrag zu stellen?

Neumann: In der Vergangenheit hatten wir teilweise Schwierigkeiten mit dem Verfahren. Bei der Genehmigung einer Wärmeauskopplung für das geplante Bürgerzentrum gab es so viel Hin und Her, dass wir Abstand genommen haben. Positiv verlaufen ist die Erweiterung des Sportplatzes um eine Skateranlage. Wir haben die Hälfte der Kosten – 32000 Euro - bekommen. In die größte Fördermaßnahme, die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, ist Geld aus anderen EU-Töpfen geflossen.

Aktuell beantragen wir Zuschüsse für unser geplantes Bürgerhaus. In der alten Schule stehen zwei Räume leer. Sie sollen zu einem Gemeindebüro mit Wartebereich und Besprechungszimmer ausgebaut werden. In die bisherigen Gemeindebüroräume soll der TSV „Gut Heil“ Heist mit seinem Büro ziehen. Die bisherigen TSV-Räume werden zukünftig von der Betreuungsklasse genutzt. Ich bin guter Dinge, dass ich im Frühjahr in das neue Gemeindebüro umziehen kann.

UeNa: Wie ist die derzeitige Situation von Flüchtlingen in der Gemeinde?

Neumann: Die Unterbringung ist Sache des Amtes Moorrege. Eine achtköpfige Familie ist in einem ehemaligen Bauernhaus untergebracht, weitere Flüchtlinge beziehungsweise Asylbewerber leben im ehemaligen Haus der Gärtnerei Rieprich. Eine Handvoll Ehrenamtlicher engagiert sich in der Betreuung. Die Menschen sollen klassisch integriert werden. Man muss meiner Meinung nach aber mutig sagen, wer bleiben kann und wer nicht.

UeNa: Wo soll die Gemeinde Heist in fünf bis zehn Jahren stehen?

Neumann: Wir wollen weiter Bestandteil des Amtes Moorrege sein – vielleicht mit weiteren Partnergemeinden.

Ich wünsche mir, dass die Infrastruktur vor Ort so gut bleibt – wir haben einen Arzt, einen Zahnarzt, eine Bank, einen Friseur und einen Supermarkt. Ich hoffe, dass wir von jetzt 2888 auf 3000 Einwohner wachsen. Die Perspektive ist günstig. Allein in diesem Jahr wurden 27 Kinder geboren.

Wir haben einen gut geführten Kindergarten, einen gut funktionierenden Waldkindergarten und eine gute Grundschule. Wir arbeiten an einem noch besseren Betreuungsangebot. Die Aktivitäten der Senioren werden weiter unterstützt. Auch die Sportvereine sollen weiter gut und zukunftsfähig aufgestellt sein.

UeNa: Wo ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz in Heist?

Neumann: Eigentlich die ganze Gemeinde, aber wenn ich entscheiden muss – das Tävsmoor im Bereich des Waldkindergartens.

UeNa: Was macht den Charme, die Besonderheit von Heist aus?

Neumann: Heist ist eine liebenswerte Gemeinde, eine Gemeinde, die alles hat und die jungen und älteren Bürgern alles bietet.

Das merkt man an der Resonanz und an der Freundlichkeit der Bürger.

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