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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 14:24 Uhr

Verleihung : Ihre Geschichte berührte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ihre Kurzgeschichte über die traurige Suche eines Mädchens nach ihrem Vater hat die Jury beeindruckt. Jutta Lange aus Pinneberg belegte bei dem diesjährigen Wettbewerb um den Walter-Kempowski-Literaturpreis den zweiten Platz. Die Hamburger Autorvereinigung verlieh die von den Ehrenbürgern Helmut und Hannelore Greve gestiftete Auszeichnung am Dienstag im Newlivinghome Residenzhotel in Hamburg-Stellingen. Die 49-Jährige erhielt ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2015 | 20:58 Uhr

Die Autorenvereinigung schreibt den Kurzgeschichten-Wettbewerb seit zehn Jahren aus, teilte deren Sprecher Peter Schmidt mit. Das aktuelle Thema lautete „Nur eine Minute“. Zugelassen werden ausschließlich unveröffentlichte Beiträge. Aus etwa 1000 Einsendungen wählte eine Vorjury 44 Titel aus. Eine Hauptjury bestimmte drei Preisträger, über deren Platzierung die Mitglieder am Dienstag geheim abstimmten.

Den mit 6000 Euro dotierten ersten Platz belegte die 26-jährige Medizinstudentin Nasanin Kamani aus Köln. Ihre Eltern stammen aus dem Iran. Die Geschichte „Nur eine Minute“ beruht auf Eindrücken, die sie als Elfjährige nach einem Besuch in Teheran bewegten. „Ich habe häufig die Gefühle durchlebt, die Roya in ihrer Geschichte beschreibt, wenn ich mich von meiner Familie im Iran verabschiedete und nicht genau wusste, wann ich sie wiedersehen würde“, sagte sie.

Jutta Langes Wettbewerbs-Beitrag trägt den Titel „Elies Weg“. In sehr langsamer, detaillierter Erzählweise schildert sie dramatische Minuten im Leben des Mädchens Elies. Ihre Mutter ist verstorben. Elies und ihr Vater leben in einem verschneiten Dorf. Er ist in Trauer verstummt. Nachdem er nachts nicht heimgekehrt ist, findet sie ihn auf dem Friedhof am Grab seiner Frau – erforen. Sie legt sich auf seinen kalten Körper. Am Ende der Geschichte bleibt es offen, ob sie es schafft, wieder in das Leben zurückzukehren.

Jutta Lange wurde 1966 in Hamburg geboren. Dort lebte sie, bis sie und ihre Familie vor zehn Jahren nach Pinneberg umzogen. Das Phänomen Sprache faszinierte sie ihr gesamtes Leben über. Nach dem Abitur 1985 studierte sie in Hamburg Anglistik und Germanistik, trat dann eine Ausbildung zur Logopädin an. Damit wählte sie einen Beruf, mit dem sie Menschen aus ihrer Sprachlosigkeit heraushelfen konnte. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Jutta Lange am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Aber erst vor drei Jahren hat sie begonnen, ihre eigene literarische Sprache zu entdecken“, so Peter Schmidt. Mittlerweile schreibt sie Kurzgeschichten in verschiedenen Genres und arbeitet an einem Roman. Den mit 1500 Euro dotierten dritten Preis erhielt Julia Walter aus Berlin.

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