Ihre Archivarbeit hat begonnen

Ute Harms beim Dokumentenstudium. Archivwürdiges Matarial wird erfasst und sortiert.
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Ute Harms beim Dokumentenstudium. Archivwürdiges Matarial wird erfasst und sortiert.

Ute Harms arbeitet sich durch die Aktenberge vieler Jahrzehnte / Unterstützung erhält sie von Kollegen

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06. Januar 2018, 16:05 Uhr

Langweilig wird ihr in den nächsten Jahren nicht werden. Ute Harms hat ihre Arbeit als Archivarin der Stadt aufgenommen. Die Museumsleiterin von Langes Tannen ist die erste Archivarin der Stadt, beziehungsweise des Fleckens Uetersen. Bereits vor 1870 − in diesem Jahr erhielt Uetersen seine Stadtrechte − wurde dokumentiert. Von diesen Dokumenten sind einige erhalten geblieben.

Harms hat ihr Archivbüro in einem Raum des früheren Jugendzentrums an der Berliner Straße eingerichtet. Dort arbeitet sie sich nun durch die Aktenberge, die ihr vom Rathaus geliefert werden. Es ist eine Menge Papier, die es zu sortieren, vorab aber auch zu reinigen gilt. Harms beginnt mit den ältesten Akten. Und die stammen aus dem Jahre 1807. Das archivarische Aufarbeiten des Altbestands werde einige Zeit in Anspruch nehmen, weiß Harms, die sich in ihr neues Tätigkeitsgebiet erst einarbeiten muss. Ist dies geschafft, möchte sich die Archivarin mit der Zeit zwischen 1870 und 1945 befassen.


Beratungsvertrag mit dem Landesarchiv

Sie erfährt vielfältige Hilfe. Unter anderem vom Landesarchiv, mit dem die Stadt einen Beratungsvertrag abgeschlossen hat. Aber auch die Archivare aus der Kreisstadt, von Wedel und von Tornesch hätten sich bereits als wichtige Ratgeber erwiesen, sagt sie. So wisse sie nun, dass ein Archiv nicht chronologisch geordnet wird oder nach Themen, sondern nach Provenienz. Das Provenienzprinzip fragt nach Herkunft und Entstehungszusammenhängen des vorliegenden Matarials. Zu diesem Material gehören zum Beispiel Verwaltungsakten, Pläne, Fotos und private Nachlässe. Erfasst werden die einzelnen Fundstücke von archivarischer Bedeutung mithilfe eines elektronischen Programms, auf das Archive im Land gewöhnlich zurückgreifen. Harms: „Es ist eine interessante und lohnende Aufgabe. Und diese wird Zeit kosten.“ Zeit hat Harms, die nun halbtags im Museum und halbtags im Archiv beschäftigt ist, über einen politischen Beschluss − also eine ganze Stelle − zuerkannt bekommen.

Das Archivwesen der Stadt wurde über Jahrzehnte hinweg von dritter Seite kritisiert. Uetersen hatte sich beharrlich geweigert, diese pflichtige Aufgabe zu übernehmen, beziehungsweise prüfen zu lassen, ob diese Tätigkeit von Dritten übernommen werden kann. Schließlich einigte man sich im 2017 darauf, das Archivwesen als städtische Aufgabe zu begreifen und sorgte für das notwendige Geld im Haushalt.

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