zur Navigation springen

UeNa-Gespräch mit Peter Hormann : „Ich sehe uns in der aktiveren Rolle“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Vor 30 Jahren verließen unzufriedene Bürger die Alte Kommunale Wählergemeinschaft (AKWG), um mit der Gemeinschaft unabhängiger Bürger (GuB) eine zweite politische Kraft in Groß Nordende zu etablieren. Mehr Demokratie war das Ziel in einer Gemeinde, in der die etablierten Parteien bis heute niemand vermisst. Die Uetersener Nachrichten sprachen mit dem Vorsitzenden Peter Hormann über die Bürgermeisterin, die Möglichkeiten von Kommunalpolitikern, ihr Dorf noch wirklich zu gestalten, und die Unterschiede zwischen beiden Wählergemeinschaften.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2012 | 20:23 Uhr

UeNa: Die politische Stimmung in der Gemeinde war im Gründungsjahr der GuB eher angespannt. Was war da los?

Peter Hormann: Viele Jahre lang gab es in Groß Nordende nur eine Wählergemeinschaft. Das war ein geschlossener Zirkel, fest verankert in der dörflichen Tradition. Aber die Unzufriedenheit über die Situation wuchs. Als sich dann eine Gruppe von Bürgern abspaltete, um eine zweite Wählergemeinschaft zu gründen, wurde der Ton schärfer. Abweichler wurden nicht akzeptiert, und entsprechend unfreundlich war der Umgang miteinander. Die Angriffe wurden persönlich, vor allem als die GuB bei der Kommunalwahl 1982 aus dem Stand 60 Prozent der Stimmen bekam. Inzwischen hat sich die Situation aber lange beruhigt.

Warum haben die etablierten Parteien bis heute offenkundig so wenig Chancen in Groß Nordende?

Beide Wählergemeinschaften machen eine gute und vernünftige Politik für das Dorf, die vollkommen losgelöst ist von den Strömungen in der Landes- und Bundespolitik. Das ist ein klarer Vorteil von Wählergemeinschaften. Außerdem gehe ich davon aus, dass in beiden Wählergemeinschaften Vertreter aller etablierter Parteien sind.

Was unterscheidet die GuB von der AKWG? Gibt es überhaupt Möglichkeiten der thematischen Abgrenzung in einem Dorf?

Mit einer thematischen Abgrenzung ist es in der Tat nicht so ganz einfach. Ich sehe die GuB allerdings in der aktiveren Rolle. Wir initiieren eher Entwicklungen, bringen häufiger Ideen ein. Und die GuB ist sehr offen. Wir bemühen uns sehr intensiv, die Bürger einzubeziehen. Nicht so ganz einfach in einem Straßendorf ohne einen Dorfkrug, wo man sich abends treffen könnte.

Das spüren wir auch. Zumal es heute ohnehin schwer ist, Menschen zur ehrenamtlichen Mitarbeit zu bewegen. Uns bleibt nur, jede Gelegenheit zu nutzen, zu der man sich im Dorf trifft, dann genau hinzuhören oder auch gezielte Fragen zu stellen. Nur so bekommen wir heraus, welche Themen die Bürger interessieren und wo sie der Schuh drückt. Und wir wollen zukünftig verstärkt das Instrument eines politischen Klönschnacks nutzen, um mit den Menschen im Dorf ins Gespräch zu kommen.

Die nächste Veranstaltung dieser Art wird im Herbst stattfinden, dann zu einem konkreten Thema, das aber heute noch nicht feststeht.

Der Bürgermeisterin dürfte eine Schlüsselrolle zukommen, wenn es um den Kontakt zu den Bürgern geht. Ute Ehmke ist ein absoluter Glücksgriff, so etwas wie unser Trumpf. Sie baut keine Fronten auf, sondern führt Menschen zusammen, ist ausgleichend und offen. Sie nimmt die Groß Nordender mit ihren Vorstellungen und Anregungen ernst. Das kommt gut an im Dorf.

Wo sehen sie politischen Handlungsbedarf in der Gemeinde? Wie groß ist der kommunalpolitische Handlungsspielraum überhaupt noch?

Der ist eher klein, aber dennoch vorhanden. Und im Rahmen dieser Möglichkeiten wollen wir das Dorf zeitgemäß entwickeln, so wie beide Wählergemeinschaften es in den vergangenen Jahren immer getan haben. Angebote für junge Familien spielen da eine wichtige Rolle.

Da sind sich beide Wählergemeinschaften übrigens einig. Und was ich als sehr positiv empfinde, ist die konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat, unabhängig davon, wer gerade die Mehrheit hat.

Herr Hormann, wir danken Ihnen für das Gespräch.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert