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Schulmensa an der Bleekerstraße : „Ich schmeiße nicht einfach hin!“

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Stadtverwaltung und die Politik müssen sich nach einem neuen Betreiber für die Schulmensa umschauen. Martina Goetz, Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft „Fisole“, hat gestern gegenüber den UeNa angekündigt, den „geordneten Rückzug“ einzuleiten. „Ich schmeiße nicht einfach hin!“, so die Geschäftsführerin, aber mehr Miese machen will sie auch nicht.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2011 | 20:55 Uhr

Mehr als 50000 Euro beträgt das Defizit bislang - nach 18-monatigem Engagement an der Bleekerstraße. Das sei das vertraglich vereinbarte Limit, ab dem sie kündigen könne, so die Pinnebergerin, die auch Geschäftsführerin der Beruflichen Bildung im Deutschen Hausfrauenbund (DHB) ist.

„Unsere Situation in Uetersen ist nicht besser geworden“, sagt Martina Goetz. Sie wolle aber im Interesse der die Mensa nutzenden Schüerschaft verhindern, dass beim Ausstieg der „Fisole“ ein größerer Schaden entsteht. „Ich möchte mit der Stadtverwaltung den Übergang gestalten können. Wie das geht, das plane ich derzeit.“

Dass es in Uetersen nicht, wie gedacht, geklappt habe, habe an den niedrigen Zahlen gelegen. Dabei habe das Gymnasium seine Normalbeteiligung erfüllt, die Rosenstadtschule hingegen nicht. Unter „Normalbeteiligung“ versteht die studierte Ernährungswissenschaftlerin zehn bis 15 Prozent der Schülerschaft. Bei Vertragsbeginn sei ihr gesagt worden, dass sie mit 400 Schülern pro Öffnungstag (damals montags bis freitags) rechnen könne. „Wir haben schon damals vorsichtiger geschätzt und mit 250 Schülern kalkuliert“, so die Geschäftsführerin. Gekommen seien dann pro „Produktionstag“ (180 gibt es davon im Jahr) durchschnittlich 120 Schüler. Den Verlust könne man sich daher leicht ausrechnen. Im kommenden Jahr hätte die „Fisole“ bei gleichen Zahlen etwa 40000 Euro Verlust geschrieben.

Es sei in Uetersen nicht gelungen, alle Seiten unter einem Ziel zu vereinen. „Nicht alle haben an einem Strang gezogen“, so ihre Kritik. „Wir hätten besser sein müssen, als die Rahmenbedingungen im gesamten Land. Die sind für Mensen grundsätzlich immer schwierig“. Und das sei eben nicht machbar gewesen.

Nun sei eine kaufmännische Entscheidung zwingend notwendig. Martina Goetz: „Wir können nämlich nicht zu einem Subventionsbetrieb für Uetersen werden. Für uns war die ‘Fisole’ ein kalkuliertes Risiko.“

Weil nach UeNa-Informationen auch die Uetersener Politik kein „Subventionsbetrieb“ für die Mensa sein möchte, liegt die Trennung auf der Hand. Wie wir bereits berichtet hatten, hatte es – wieder einmal – eine nichtöffentliche Sitzung gegeben, während der der Antrag der „Fisole“ auf eine höhere Bezuschussung abgelehnt worden war.

Was bedeutet „geordneter Rückzug“ nun genau? Martina Goetz will sich auf einen Zeitplan noch nicht festlegen lassen. Es gebe viel zu viel zu bedenken. Da sei zum Beispiel das investierte Kapital, das unter anderem in der Mensaküche stecke (37000 Euro). Natürlich wolle man dieses verkaufen – entweder an einen noch zu findenden Nachfolger oder auf dem freien Markt.

Gut möglich ist daher, dass der Betrieb erst zum Frühjahr oder mit dem Schuljahreswechsel 2012/13 eingestellt wird.

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