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Frauenfrühstück : „Ich bin nicht die Gouvernante der Nation“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Beim Frauenfrühstück im Mehrgenerationenhaus neben der Dittchenbühne fühlte sich Bundes-Familienministerin Dr. Kristina Schröder sichtlich wohl.

Keine Sangeskunst von kritischen Feministinnen, sondern kindgerechte Lieder von den Lütten aus dem in der Anlage integrierten Kindergarten „Storchennest“, durch den sie schnell noch einmal eine Besichtigungstour unternahm und sich sogar in der Krippengruppe zwischen den völlig unbeeindruckten Kleinen kurz niederlassen konnte.

Gar nicht „wurscht“ war der Besuch indessen den vielen weiblichen Gästen, die sich am Vormittag am hübsch gedeckten Frühstückstisch im Gemeinschaftssaal des Mehrgenerationenhauses niederließen. Ein paar Landfrauen, darunter die Landespräsidentin Marga Trede, viele von der CDU-Frauen-Union. Darunter auch Heike Beukelmann, CDU-Fraktionsvorsitzende im Pinneberger Kreistag, aber auch Elmshornerinnen, die einfach „mal zuhören“ wollten.

Zumindest drückte das Erscheinen der Ministerin das Durchschnittsalter der Anwesenden beträchtlich, es war die Großmütter-Generation, die hier der Mutter einer acht Monate alten Tochter lauschte.

Noch einer hatte für Verjüngung des Publikums gesorgt. CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Michael von Abercron kam mit seinen beiden kleinen Töchtern und Frau, um den prominenten Gast in seinem Wahlkreis zu begrüßen. Das brave Baby sowie die größere Kleine, die sich schrecklich langweilte und mit Papas Handy letztendlich für musikalische Begleitung sorgte, gaben der Veranstaltung die realistisch-fröhliche Atmosphäre. Auf aktuelle Themen, die nicht den Freitag noch akuten Wahlkampf betrafen, ging die Ministerin noch gesondert ein, zumal sie auch in Elmshorn darauf angesprochen wurde. Die größte Aufgabe des nächsten Jahres sei es, den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz zu erfüllen, der im August 2013 wirksam werde. Dafür wolle der Bund vier Milliarden Euro bereitstellen, um entsprechend viele Krippenplätze in den Kommunen errichten zu können. Gleichzeitig legte sie Wert darauf, dass die Familien „eine Wahlfreiheit haben, ob sie nun einen Krippenplatz beanspruchen oder ihre Kinder in den ersten drei Jahren Zuhause erziehen wollen“.

„Ich bin nicht die Gouvernante der Nation und schreibe denen vor, ob sie sich für das Betreuungsgeld oder den Krippenplatz entscheiden“ rief sie den Frauen zu. Gleichzeitig bestätigte sie aber auch die Ausführungen der Storchennest-Kindergarten-Leiterin Renate Neufeldt, die eine Untersuchung zitiert hatte, dass gerade Kinder aus bildungsfernen Schichten und Kinder mit Migrations-Hintergrund bessere Aufstiegschancen in den Schulen haben, wenn sie ein, zwei Jahre in einer erzieherisch hoch qualifizierten Krippengruppe verbracht haben.

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erstellt am 07.Mai.2012 | 00:06 Uhr

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