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Ärgernis Hundesteuer : Hundehalter: Die Retter der Stadt?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In der Rosenstadt ist man empört über die Verdoppelung der Hundesteuer. Kein anderes Thema – vielleicht neben der Regensteuer – lässt die Emotionen dieser Tage derart hochkochen. Auch Cornelia Krause von Conny’s Hundeschule, ist verärgert über die Verdoppelung der Beträge. Sie hat eine Wiese am Stichhafen gepachtet und bildet dort seit mehreren Jahren Familienhunde aus. Zur Verdoppelung der Hundesteuer sagt sie: „Das ist das Allerletzte. Wir wurden bereits von älteren Leuten angesprochen. Die Hunde sind deren Lebensinhalt. Die Menschen haben geheult und gesagt, dass sie die Steuern nicht mehr bezahlen könnten.“ Für viele ältere Bürger in Uetersen sei der Hund die einzige „Bezugsperson“.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2013 | 21:24 Uhr

Hundesteuer sei eine reine Luxussteuer, ist Cornelia Krause überzeugt. „Sie ist nicht gerechtfertigt. Schließlich machen auch Pferde, Schafe und Schweine Dreck, die könnten die Städte ja auch besteuern. Oder den Wellensittich in seinem Käfig.“ Für die Gemeinden sei die Hundesteuer eine gute Einnahmequelle, die bereits in der Vergangenheit zwar nicht klaglos aber immerhin hingenommen worden sei. Doch jetzt gehe Uetersen zu weit.

„Es ist mal an der Zeit, dass die Mitarbeiter der Stadt die Hunde in Uetersen kontrollieren, ob sie auch alle eine Hundemarke haben. Aber das tut ja niemand. Es gibt etliche Tiere, die nicht angemeldet sind.“ Uetersen entgehe so viel Geld. Wenn man alle Tiere erfassen würde, könnte die Anhebung der Hundesteuer ausbleiben.

Die Uetersenerin hat zwei Hunde. Einer davon ist alt und krank. Ihren zwölfjährigen Familienhund werde sie aber jetzt nicht einschläfern lassen, sondern den hohen Steuersatz auch für ihn bis zu seinem Ende bezahlen. Ausschließen aber, dass es Fälle gibt, in denen Hundebesitzer anders entscheiden, könne sie nicht. Ihre Vermutung ist auch, dass das Tierheim Elmshorn die Steuererhöhung in Uetersen zu spüren bekommt. Dorthin könnten nun einige Hunde gebracht werden.

Hunde kosten generell viel Geld. Zum Beispiel Hundefutter: Zwei bis fünf Euro am Tag müsste ein Hundehalter für seinen vierbeinigen Freund aufwenden. Insofern er ihn vernünftig ernähren wolle. Und der Tierarzt kostet mindestens weitere 100 Euro im Jahr. Bei kranken Tieren oder solchen, die klinisch behandelt werden müssten, könne sich dieser Betrag leicht verzehnfachen. Nach Einschätzung der Hundeexpertin dürften die Kosten für den Verwaltungsaufwand höher sein, als die Hundesteuereinnahmen. „Vielleicht in Uetersen jetzt nicht mehr...“ so Cornelia Krause. Es könne aber nicht angehen, dass Uetersens Hundehalter die Rettung für die Stadt sind.

Und zudem sollten die Politiker sich einmal ernsthaft mit einem öffentlichen Hundeplatz befassen. Eine geeignete Fläche gebe es, jedoch sei der politische Wille bislang nicht da. Cornelia Krause benennt das Gebiet Langes Tannen und die Wiesen im Norden des Waldgebietes. Die könne man sicherlich kaufen, umwidmen und einzäunen. Sie selber verfüge über ein Pachtgelände am Stichhafen. Vier Jahre lang habe sie das Gelände unverschlossen gehalten. Doch leider sei es damals zu vielen Vorfällen gekommen, die sie bewogen habe, die Pforte wieder abzuschließen.

„Ich reinige doch nicht die ganze Wiese für Hundebesitzer, die glauben, sie dürften den Kot ihrer Hunde dort hinterlassen“, ärgert sie sich noch immer über diese Unverschämtheiten, die sie damals fast täglich im wahrsten Sinne des Wortes zu spüren bekam. Und weil es bei ihr nur noch sonnabends möglich ist, Hunde herumlaufen zu lassen (und dann auch nur über eine Anmeldung bei ihrer Hundeschule), ihr die Tiere aber Leid tun, plädiert Cornelia Krause noch einmal für einen Platz, auf dem Hunde herumtollen können. Derzeit suchen Hundehalter insbesondere die Grünanlagen oder Naturschutzgebiete (Wald) auf. Die Verbotslage dort lasse das Freilaufen aber eigentlich nicht zu. Cornelia Krause beteiligt sich an der Petition, die angestrengt wird. Auch bei ihr, am Stichhafen, können Hundehalter sonnabends von 12 Uhr an unterschreiben. Unterschriften können weiterhin auch im Pressehaus geleistet werden. Die Petition soll dem Innenministerium zugeleitet werden.

Morgen lesen Sie: Hundesteuer — So sieht es der Tierschutz.

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