Uetersen : Hundedetektiv hat großen Erfolg

Es gibt jede Menge „Schwarz-Hunde“ im Stadtgebiet. Dieser Vierbeiner gehört nicht dazu.
Es gibt jede Menge „Schwarz-Hunde“ im Stadtgebiet. Dieser Vierbeiner gehört nicht dazu.

Schon 111 „Schwarz-Hunde“ entdeckt.

shz.de von
28. November 2016, 12:45 Uhr

Uetersen | „Schwarz-Hunden“, beziehungsweise deren Herrchen und Frauchen, geht es derzeit in der Rosenstadt an den Kragen. Mitarbeiter der Firma Springer Kommunale Dienste sind dabei, Hunde aufzuspüren, die von ihren Besitzern nicht angemeldet wurden, die also an der Steuerpflicht vorbei gehalten werden. Und die Hundedetektive haben großen Erfolg. Binnen weniger Wochen gelang es ihnen, 111 Hundehalter dazu zu bewegen, ihre Vierbeiner jetzt schleunigst im Rathaus anzumelden, um ein Bußgeld zu umgehen. Denn die Stadt hat zugesagt, solchen Sündern Absolution zu erteilen, die sich jetzt melden, um Fiffi oder Bello jetzt ordnungsgemäß anzumelden. Wer von den Fahndern ertappt wird und die Anmeldung dann verschleppt, kann hingegen nicht auf Milde hoffen. Hundesteuer fällt in allen Fällen an, doch wer von Amts wegen dazu aufgefordert werden muss, riskiert ein hübsches Sümmchen Strafe obendrauf.

Mit einem so großen Erfolg habe sie nicht gerechnet, so Kämmerin Bettina Horn. Die Fachfrau für die Finanzen im Rathaus hat den Erfolg am Donnerstagabend im Ratssaal verkündet. Dort trafen die Finanzpolitiker unter der Leitung von SPD-Mann Ingo Struve zusammen, um über eine weitere Erhöhung der Hundesteuer nachzudenken sowie die Satzung anzupassen. Das mussten die Politiker, weil das Verwaltungsgericht in Schleswig Passagen kommunaler Satzungen kassiert hatte, mit denen für so genannte Kampfhunderassen eine höherer Steuersatz verlangt wurde. Auch Uetersens Satzung benannte einige solcher Rassen, die per se als gefährlich eingestuft worden sind. Das, so die Schleswiger-Richter, sei unzulässig. Die Gefährlichkeit müsse nachgewiesen werden.

860 Hunde sind in der Rosenstadt registriert gewesen − vor dem Erscheinen der Firma Springer. Jetzt sind es knapp 1000 Tiere. Und das Stadtgebiet ist erst zur Hälfte kontrolliert worden.

Aufgrund des Erfolgs der Aktion habe man sich seitens der Verwaltung dazu entschlossen, keine Hundesteuererhöhung zu empfehlen, so Bettina Horn in Richtung der Politiker. Die folgten. So bleibt es bei folgenden Hundesteuersätzen: Wer in Uetersen einen Hund hält, bezahlt jährlich 120 Euro. Ein möglicher weiterer Hund kostet 150 Steuern pro Jahr, ein Dritthund sowie alle weiteren Hunde kosten Jahr für Jahr 186 Euro.

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