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Vortragsabend : Humanes Sterben: Was ist das genau?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Humanes Sterben“, das war am Dienstagabend Vortragsthema im Senioren- und Pflegeheim „Haus am Rosarium“ am Großen Sand. Referent war Dr. Wolfgang Marx, Rechtsritter im Johanniterorden und niedergelassener Facharzt (Internist) in Elmshorn.

Rund 40 Interessierte waren erschienen, um sich verschiedene Aspekte dieses sehr aktuellen Themas näher erläutern zu lassen. Es gebe juristisch, ethisch-moralische, religiöse und natürlich medizinische Facetten. Das Thema sei relativ jung, vor 50 Jahren sei man einfach gestorben, damals sei der Arzt der kompetente Partner gewesen, dessen Rat anerkannt worden sei. Damals aber seien Tod und Sterben auch tabuisiert worden, so der Referent.

Das sei inzwischen längst nicht mehr so. Und es sei zu begrüßen, dass sich immer mehr Menschen diesem Thema stellen würden. Der Weg hin zur gleichwertigen Partnerschaft zwischen Arzt, der kurieren möchte, und zum Beispiel der Palliativmedizin, der Hospizbewegung, den Angehörigen und letztlich dem Patienten sei lang und konfliktreich gewesen. Der Arzt sei heute auch beim Thema Tod und Sterben nicht mehr nur Partner, sondern auch Begleiter geworden, dessen Vorschläge kritisch hinterfragt würden. Der Mediziner erläuterte im Fortgang, warum die aktive Sterbehilfe hierzulande nach wie vor strafbar, die passive Sterbebegleitung aber möglich sei. Dabei komme es nicht zu einem Abbruch der Behandlung, lediglich das Therapieziel werde geändert. In der letzten Phase des Lebens gehe es vielfach darum, Leiden zu lindern. Die Palliativmedizin bekämpfe dabei die Symptome. Und sie verfüge über gute Medikamente.

Wenn Therapieformen, die eingeleitet werden, nur den Sterbeprozess verlängern würden, müssten sie nicht zum Einsatz kommen. Das Nichteinleiten sei nicht anfechtbar. Nichtzuletzt wurden Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erläutert, Papiere, die eine Hilfe sein können aber nicht immer sind. Die individuelle Ebene des Sterbens treffe dabei auf eine Pauschalaussage.

Nach dem etwa einstündigen Referat schloss sich eine längere Diskussion an.

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erstellt am 02.Mär.2016 | 16:04 Uhr

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