zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 05:14 Uhr

Rinderstall : Hope ließ Hexen tanzen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der krönende Abschluss einer überaus erfolgreichen, sechs Konzerte umfassenden Reihe des Schleswig-Holstein Musik Festivals im Haseldorfer Rinderstall: Der Star-Geiger Daniel Hope fesselte mit seinem virtuosen Spiel zusammen mit dem Pianisten Sebastian Knauer sein Publikum im ausverkauften Haus.

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2014 | 18:14 Uhr

Mit ausgesuchter Sensibilität zog der Mann, der zum ersten Mal mit seinem Lehrer, Sir Yehudi Menhuin, im Alter von zwölf Jahren nach Schleswig-Holstein zum Festival gekommen war, die Menschen in seinen Bann. Mal ganz fein, mal kraftvoll dramatisch, dazu der volle, wohl einmalige Klang seiner Geige, einer Guarneri del Gesú „ex Lipinski“ aus dem Jahr 1742, die ihm von einer deutschen Familie zur Verfügung gestellt wird.

Hope, der Violinist mit der gewellten roten Künstlermähne und den warmen, nussbraunen Augen spielt schon seit vielen Jahren mit dem Hamburger Pianisten Sebastian Knauer zusammen, die beiden sind wie Brüder, eine verschworene Gemeinschaft, die sich auf Augenhöhe begegnet. Und sich absolut einig sind in der Interpretation der Hommage an den berühmtem Geiger und Komponisten Joseph Joachim (1831 bis 1907), der mehrere Komponisten – so Brahms und Schumann – zusammenbrachte und Mendelssohn als Wunderkind begeisterte.

Johannes Brahms spielten sie, das Scherzo in C-Moll aus der Sonate für Violine und Klavier, ebenso die Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 in G-Dur, Clara Schumanns Romanze für Violine und Klavier in Des-Dur op. 22 sowie Felix Mendelssohns berühmtes Lied „Auf den Flügeln des Gesanges“ und das Hexenlied. Der Zaubermeister Hope ließ hier die Hexen tanzen, kreischen und auf ihren Besen durch den riesigen Giebel des Rinderstalls huschen. Ganz romantisch ging es mit Joseph Joachims Romanze für Violine und Klavier zu, dramatisch und leidenschaftlich mit Edvard Griegs Sonate für Violine und Klavier in c-Moll op. 45.

Die beiden hochkonzentrierten Musiker packten ihr Publikum, ließen es nicht mehr los, konnten aber trotzdem noch zwischendurch scheinbar ganz locker moderieren und spannende Geschichten aus der Welt der berühmten Geiger und Komponisten erzählen. Ganz besonders bemerkenswert: Daniel Hope spielte ohne Noten, nur ein aufgestelltes iPad statt Notenständer gab ihm jederzeit Orientierung in dem umfangreichen Programm.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert