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„Unzumutbar“ : Holmer bestürzt über Asylhäuser

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Für unzumutbar halten viele Holmer Bürger den Zustand von Schlichtwohnungen in Holm am Lehmweg. Die Mitglieder des Flüchtlings-Cafés „Menschen treffen Menschen“ wie auch die Ortsarbeitsgemeinschaft Holm-Wedel der Jusos fordern den Abriss und einen Neubau. Nach einer Begehung im Zuge der jüngsten Bauausschusssitzung sagte der Juso-Chef Maximilian Krause: „Ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich geschämt, Holmer zu sein.“

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2015 | 20:01 Uhr

In einem der Häuser lebt eine sechsköpfige Flüchtlingsfamilie aus Kobane in Syrien. Nachdem mehrere Holmer sie besucht hatten, kehrten sie erschüttert zurück, berichteten Café-Mitglieder im Februar in einem Brief an die Gemeindevertretung. „So läuft bei Regen nach wie vor Wasser ins Kinderzimmer, und der Badezimmerboden ist beständig nass“, heißt es darin. Sie drängten das oberste Dorf-Gremium, sich um die Häuser zu kümmern. Holm habe stets in seine Straßen, Gehwege, Geräte und Fahrzeuge investiert und präsentiere sich ansonsten sehr gepflegt. „Die menschenunwürdigen Verhältnisse passen nicht in das Gesamtbild“, so die Café-Aktiven. Krause bezeichnete nach der Besichtigung einer leerstehenden Schlichtwohnung vor zwei Wochen auch deren Zustand als „menschenunwürdig und einfach nur peinlich“. Es sei ein Gebot der Menschlichkeit, Flüchtlingen eine würdige Unterkunft zu ermöglichen. Noch am selben Abend hatte der Bauausschuss die Amtsverwaltung einstimmig beauftragt, den Renovierungsstau sowie die Kosten für eine Sanierung, einen Abriss und einen Neubau aufzustellen. Die Zahlen sollen nach den Sommerferien vorgestellt werden. Doch Krause kritisiert das Vorgehen. „Die Jusos betrachten das nur als Vertagen eines gravierenden, wenn auch für einige Personen unliebsamen Themas“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Auf lange Sicht würden Sanierungen mehr kosten als ein Neubau. Zudem übt Krause Kritik an dem Hinweis des Ausschussvorsitzenden Walter Rißler (CDU), dass die Häuser nur die Zeit bis zum Bezug regulärer Wohnungen überbrücken sollen. Krause: „Dass es nur Unterkünfte für den Übergang sind, rechtfertigt nicht den prekären Zustand der Schlichtwohnungen.“ Die Gemeindevertretung tagt am Donnerstag, 2. Juli, ab 20 Uhr im Haus der Gemeinde, Schulstraße 12. Die Schlichtwohnungen stehen nicht auf der Tagesordnung.

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