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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 08:26 Uhr

Familienpolitik : Hoffnungsträgerin der Frauen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie kämpfen für misshandelte, verlassene, gedemütigte Frauen und gegen chronische Finanznot! Nun baten Vertreterinnen der Frauenhäuser, von Frauenberatungsstellen und Gleichstellungsbeauftragte Manuela Schwesig um Unterstützung.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2013 | 18:06 Uhr

Die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied im Kompetenzteam des SPD-Spitzenkandidaten Peer Steinbrück nahm sich gestern auf Einladung ihres Parteifreundes Ernst Dieter Rossmann eineinhalb Stunden Zeit für ein Gespräch über eine schwierige Gesetzeslage.

„Den Männern das Recht, den Frauen die Sorge“. Dieser alte Spruch, der ursprünglich das Verhältnis von Vätern und Müttern in der Erziehungsarbeit beschreibt, hat auch zunehmend Gültigkeit, wenn es um den Schutz von misshandelten Frauen und ihren Kindern nach einer Trennung vom schlagenden Vater geht. „Viele Richter stellen das Sorge- und Umgangsrecht des Vaters über das Gewaltschutzgesetz und erlauben dem Vater ein Umgangsrecht mit seinen Kindern schon kurz nach der Trennung“, sagte Birgit Pfennig vom Frauenhaus Elmshorn. Dann seien die Kinder noch traumatisiert durch die hinter ihnen liegenden Erlebnisse häuslicher Gewalt und die Mütter in einer psychisch instabilen Situation. Fachleute sehen darin einen der Gründe für die Rückkehr vieler Frauen in die gefährliche Beziehung. „Wir brauchen einfach mehr Zeit, damit sich die Frauen und die Kinder regenerieren können, bevor sie dem Vater wieder gegenüber treten“, forderte Silke Lechterbeck vom Frauenhaus Pinneberg. Manuela Schwesig ging in der Debatte sogar noch einen Schritt weiter.

„Kinder müssen grundsätzlich ohne Gewalt aufwachsen. Ist sie im Spiel, kann es keine Gleichberechtigung von Müttern und Vätern mehr geben“, sagte sie. Dieser Umstand müsse in den rechtlichen Bestimmungen berücksichtigt und klar geregelt werden. „Außerdem müssen wir Richter und Ermittler für das Thema sensibilisieren.“

Gleichzeitig unterstützte die SPD-Ministerin den Wunsch nach einer Neuordnung der Frauenhaus-Finanzierung. Die Zuwendungen dürften nicht von den Fallzahlen abhängig gemacht werden, sondern müssten institutionell erfolgen. Dann hätten auch Frauen die Chance auf einen Platz im Schutzraum Frauenhaus, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben: Studentinnen, Migrantinnen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, Auszubildende oder Frauen mit eigenem Vermögen wie einem Eigenheim. Sie können bislang in einem Frauenhaus nur unterkommen, wenn sie die Kosten selber tragen. „So ist es schwer möglich, Frauen schnell, unbürokratisch und bedarfsgercht zu helfen“, kritisierte Karina Sahling (Frauentreff Elmshorn).

„Beim Thema Gewalt gegen Frauen tut sich auf Bundesebene wenig. Probleme wie die angesprochenen bleiben den Kommunen überlassen, und die können das allein nicht schaffen“, fasste die Sozialdemokratin zusammen, die sich außerdem für die flächendeckende Einführung des Mindestlohnes und die Reformierung der Minijobs aussprach. „Mündliche Vereinbarungen reichen nicht, die Minijobber müssen durch Verträge abgesichert werden. Außerdem dürfen reguläre Jobs nicht in Minijobs umgewandelt werden“, sagte sie.

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