Breitband : Hoffnung auf den Zweckverband

Zwischen Frustration und gedämpftem Optimismus liegen die Reaktionen der Dorfpolitiker zum Ende der Breitband-Initiative des Amtes Moorrege. Der Abwasser-Zweckverband (azv) Südholstein will auf Druck von Mitgliedskommunen seine Sparte im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens bis Ende 2014 verkaufen (die UeNa berichteten).

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10. Juli 2014, 20:53 Uhr

Zwei Sichtweisen gibt es für Walter Rißler. Als Holmer Bürgermeister ist er froh, dass sein Dorf von der „azv Südholstein Breitband GmbH“ bereits versorgt wurde. In seiner Funktion als Vorsteher des Amtes Moorrege hofft er, dass der „Zweckverband Breitband Südholstein“ aus dem Verkaufsverfahren als Sieger hervorgeht. „Wenn ,Wilhelm Tell’ oder ein anderer Anbieter den Zuschlag bekommt, könnte es sein, dass die anderen Dörfer des Amtes nicht mehr versorgt werden“, so der Christdemokrat.

Nah dran an der Glasfaser war man in Neuendeich, bevor der azv aufgrund der juristischen Drohungen aus Quickborn seine Aktivitäten einstellte. „Ich hoffe, dass es noch etwas wird“, sagte Bürgermeister Reinhard Pliquet (SPD). Seinen Optimismus leitet er von der Tatsache ab, dass die Klärwerker in knapp 50 Prozent des Dorfes bereits Leerrohre verlegt haben. Er setzt darauf, dass der Zweckverband den Zuschlag für das bereits bestehende Netz bekommt. Der Genosse hofft dabei auf Mittel aus einem Bundesprogramm. Grund-sätzlich steht für ihn fest: „Der Kreis hinkt hinterher.“

Die Haselauer wären gern bei der Moorreger Initiative dabei gewesen, auch wenn das Dorf nicht zum Amt gehört. Jetzt will man sich umorientieren. „Wir müssen sehen, was möglich ist“, sagt Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU). Es gebe ein Glasfaserkabel von Haseldorf nach Haselau.

Eine klare Meinung zum Widerstand aus Quickborn, Wedel und Elmshorn gegen die azv-Pläne hat der Marschmer. „Die Städte wollen die Wirtschaftskraft an sich binden“, erklärt er. Der ländliche Raum soll sich nicht qualifizieren.

Ohne die Querschüsse „hätte der ganze Kreis versorgt werden können“, ist er sich sicher. Nicht nachvollziehen kann der Christdemokrat, dass die Vertreter der Städte anfangs den Plänen zustimmten, sie später torpedierten. „Haben die damals geschlafen oder waren sie nicht da?“

Herrmann geht davon aus, dass sich auch zukünftig die Städte juristischer Mittel bedienen werden, um die Entwicklung zu behindern. Aus seiner Sicht ist es wahrscheinlich, dass der Verkauf der Breitbandsparte nicht zum 31. Dezember abgewickelt werden kann.

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