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Heimatmuseum : Historischer Schatz entschlüsselt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einen historischen Schatz hielt Dieter Günther in den Händen, doch er wusste wenig damit anzufangen. Das Protokollbuch der Gemeinde für die Jahre 1872 bis 1944 konnte der Vorsitzende vom „Verein für Sammlung und Erhalt historischer Gegenstände in Haselau“ kaum entziffern. „Es war überwiegend in Sütterlin geschrieben und teilweise noch recht schlampig“, erklärt er. Der historische Schatz kann nun entziffert werden, denn es liegt eine übersetzte Fassung vor.

Da die Gemeinde kein Archiv besitzt, sind die alten Unterlagen Sache der Bürgermeister. Als Rolf Herrmann einmal gründlicher die Materialien sichtete, er ist selber Hobby-Historiker und sehr aktives Mitglied des Heimatmuseums-Vereins, erkannte er sofort die Bedeutung des Protokollbuches.

Er übergab das gute Stück an den Verein und Günther stöberte darin. Der Verein verfügt über ein Heftchen aus dem Jahr 1927, dass den Besitzer als Mitglied einer Lichtgemeinschaft für die Gemeinde und das Gut Haselau ausweist. Der Vorsitzende suchte im Protokollbuch und fand ungefähr zur gleichen Zeit einen Beschluss zur Gründung der Gemeinschaft. Wer wollte, dass eine Stromleitung in sein Haus gelegt wird, musste Mitglied werden.

Günther suchte Hilfe in Uetersen bei Ingrid Riewesell. Sie ist Expertin in Sachen historische Schriften und transkribiert sie auch ins Hochdeutsche. Parallel holt er bei Irma Wehrs in der Rosenstadt ebenfalls einen Kostenvoranschlag für das Binden der Übersetzung ein. Zusammen kam man auf 500 Euro.

Der Vorstand des Museumsvereins segnete das Vorhaben ab. Günther machte sich auf die Suche nach einem Sponsor und fragte bei Urte Steinberg von der Stiftung der Sparkasse Südholstein an. Von dort war der Verein bereits einmal unterstützt worden. Und es kam nicht nur die Zusage über diese 500 Euro. Die Stiftung spendierte auch eine Vitrine zum gleichen Preis, in der die Bücher gut geschützt ausgestellt werden können. „Es ist schön, hier helfen zu können“, freute sich Ulrike Kasprick, Leiterin der Sparkassenfiliale in Uetersen, die zu der Präsentation gekommen war.

„Wir haben Sachen gefunden, die uns allen nicht bekannt waren“, berichtete Günther von ersten Sichtungen durch die Vereinsmitglieder. So wurde 1884 über die Gründung einer Ortskrankenkasse beraten. Ein Zusammenschluss mit Haseldorf und Hetlingen lehnten die Politiker ab. An einem Bahnprojekt von Wedel nach Elmshorn wollte man sich 1909 beteiligen. 1913 wurde beschlossen, einen Feuerlöschverband Haseldorfer Marsch zu gründen.

Die Frage ist jetzt, wie diese Fülle an Daten aufgearbeitet werden kann. Derzeit denken die Haselauer Gemeindevertreter über eine Überarbeitung oder Erweiterung der Dorfchronik nach. Sie war 1999 zur 775-Jahr-Feier erstellt worden.

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erstellt am 31.Aug.2012 | 20:23 Uhr

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