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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 08:55 Uhr

Lesung : Historische Spuren

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es ist eine unerhörte Liebesgeschichte. Wir schreiben das Jahr 1683: Seit langer Zeit ist Christian Gottlieb das Gesprächsthema Nummer eins in Gesches Heimatort. Der Feldtrompeter ist für sein großes Herz bekannt, zieht aber mit seinem besonderen Aussehen die Blicke auf sich. Christian war noch ein Kleinkind, als er Afrika verlassen und bei Oberst Bertram Rantzau in Schleswig-Holstein ein neues Zuhause gefunden hat.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 21:28 Uhr

Wegen seiner schwarzen Haut wird er von den Menschen gemieden – bis eines Tages ein Unglück geschieht und Christian für den jungen Berend sein Leben riskiert. Der Sohn eines Ratsherrn ist beim Schlittschuhlaufen ins Eis eingebrochen und wäre ertrunken, wenn der Mohr nicht ins Wasser gesprungen wäre und ihn herausgezogen hätte. Der ewige Dank von Berends Schwester Gesche ist ihm dafür gewiss. Die 17-Jährige sieht nur einmal in Christians Augen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Einer gemeinsamen Zukunft stehen jedoch nicht nur zahlreiche Neider, sondern auch die eigene Familie entgegen. Einer Beziehung zwischen dem Feldtrompeter und seinem jüngsten Kind will der Ratsherr nicht seinen Segen geben. Doch dann stirbt er und einer Ehe steht nichts mehr im Wege.

Brigitte Beil verzaubert ihre Fans während der Reise durch das 17. Jahrhundert mit einer leichtfüßigen Sprache und einem Funkenregen aus starken Emotionen und purer Spannung. Die Autorin war jetzt zu Gast beim SHHB und las im Heimathaus an der Kirchenstraße 7 aus ihrem historischen Roman.

Wie kam sie als Münchnerin nach Norddeutschland? Das wollte ein Gast wissen. Ihr Mann sei in der Zeitung auf den schwarzen Trompeter vom Ascheberg gestoßen, und sie habe sich vor drei Jahren gefragt, wie ein Schwarzer im 17. Jahrhundert im Norden gelebt habe. Christian und Gesche sind nach ihrer Hochzeit nach Uetersen auf den „Edelhof“ gezogen. Wo dieser einst stand, kann nur vermutet werden. Auch der Roman rückt den klösterlichen Flecken in den Mittelpunkt. Insbesondere die Szenen, die vor Ort spielten, wurden während der nachmittäglichen Zusammenkunft gelesen.

Die Geschichte ist belegt. Die Kinder des Paares wurden zum Beispiel in der alten Klosterkirche von Pastor Clausen getauft. Von den Uetersenern wurden sie als „schwarz-gelbe Kinder“ bezeichnet.

Der Roman „Eiswinter“ ist im Buchhandel zu erwerben.

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