Vernissage : „Hintergründig und mehrschichtig“

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50 Exponate von Günter Grass werden seit dem gestrigen Sonntag in der Galerie von Knobelsdorf gezeigt. Mit einer Vernissage ist die Ausstellung unter dem Titel „Bildhauer – Maler – Grafiker“ eröffnet worden. Christiana von Knobelsdorf rückte mit ihrer Eröffnungsrede die andere künstlerische Seite des Literatur-Nobelpreisträgers in den Mittelpunkt. Er behaupte von sich ein ungelernter Schreiber, aber ein gelernter Künstler zu sein, so die Galeristin. Denn nach einer Lehre als Steinmetz Ende der Vierzigerjahre studierte er Bildhauerei und Grafik in Düsseldorf und Berlin.

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07. Oktober 2012, 18:31 Uhr

„Seit dieser Zeit ist er gleichermaßen bildkünstlerisch wie literarisch tätig“, so Christiana von Knobelsdorf. Mal gehe das Bild dem Wort voraus, mal sei es umgekehrt. Das bildnerische Werk des Dichters sei unbedingt als autonom zu sehen. „Seine Arbeiten sind immer hintergründig, mehrschichtig und doppeldeutig“, erklärt sie.

Die Galeristin kennt den Künstler aus der Zeit, als sie in Portugal lebte. Erste Versuche seine Werke in Haseldorf auszustellen, scheiterten an der schwierigen Kontaktaufnahme über eine ehemalige Mitarbeiterin von Grass. Das Vorhaben geriet in zwischenzeitliche Vergessenheit. Zum 85. Geburtstag von Grass und über seine jetzige Mitarbeiterin gelang es ihr, seine Werke in die Marsch zu holen.

Um den Galeriebesuchern einen Eindruck auf frühe Arbeiten von Günter Grass zu bieten, erwarb die Ausstellungsmacherin antiquarisch „O Susanna“. Das Jazzbilderbuch schuf er 1959 zusammen mit Herman Wilson und Horst Geldmacher. Damals vertrieb sich der gebürtige Danziger seine Freizeit am Schlagzeug einer Jazz-Combo.

Ein Besuch der Herbstausstellung lohnt sich auch wegen der zahlreichen anderen Künstler, deren Werke zu sehen sind. Besonders im Skulpturengarten sind einige Entdeckungen zu machen. Erstmals präsentiert Christiana von Knobelsdorf die „Rostbarkeiten“ von Olaf Hülsmann. Und „windenergetische Objekte“ mit einer rauhen Ausstrahlung stellt Bernd Bannach her. Seine Werke waren einigen Jahre nicht in Haseldorf zu sehen. Ebenfalls zum ersten Mal werden die Plastiken von Stephanie Ahn gezeigt.

Die Haseldorfer Galerie, Altenfeldsdeich 63, ist immer mittwochs, sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Zudem kann unter Telefon 04129/95250 ein Termin vereinbart werden. Die Herbstausstellung endet am 4. November.

www.galerie-von-knobelsdorf.de

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