Perspektiven : Hilferuf aus dem Kulturverein

4278290_800x622_54b42c433fa06.jpg
1 von 2

Schwierige Zeiten für den Kulturverein Haseldorfer Marsch: Weil ein großer Teil des Vorstands derzeit wegen Krankheit ausfällt und offenbar nicht sicher ist, ob und in welchem Umfang die Amtsinhaber in ihre Ämter zurückkehren werden, haben sich jetzt die verbliebenen Helfer deutlich zu Wort gemeldet.

shz.de von
12. Januar 2015, 21:17 Uhr

Während des traditionellen Neujahrsempfangs am Sonntag in der Haseldorfer Bandreißerkate forderten Barbara Rühl, Lorena Gocchio-Klatt und Jochen Pragal Freunde, Mitglieder und Förderer auf, sich aktiv in den Verein einzubringen. Ihre Botschaft während des Neujahrsempfangs: Ohne Nachwuchs hat der Verein, der das kulturelle Leben in der Haseldorfer Marsch seit 20 Jahren prägt, mittelfristig keine Perspektive.

Mit dem Engagement von Top-Künstlern, Ausstellungen, stimmungsvollen Hochzeiten, Lesungen und außergewöhnlichen Gottesdiensten hat der Kulturverein Haseldorfer Marsch die Region bis nach Hamburg hinein bekannt gemacht. Dabei war es vor allem eine Handvoll Menschen, auf denen die Verantwortung lastete, das hohe Niveau zumindest zu halten, gerne auch auszubauen. „Unsere vier Säulen“, wie Barbara Rühl sie am Sonntag während einer kurzen Ansprache bezeichnete.

Die vier Säulen sind bei näherer Betrachtung fünf, und nur eine ist derzeit voll belastbar: Barbara Rühl nämlich, zuständig für die Kreativ-Werkstatt mit Bildhauern und Malern. Ihr Mann und Vorsitzender Niels-Peter Rühl lässt sein Amt bereits seit September 2013 aus gesundheitlichen Gründen ruhen. Auch er ist eine der beschriebenen Säulen. Die dritte im Bunde ist Vizechefin Maria Westphal, die den Verein in den vergangenen mehr als zwölf Monaten kommissarisch leitete und sich außerdem weiter um die Kindergruppen, Führungen durch und Hochzeiten in der Kate kümmerte, außerdem die ständige Ausstellung betreut. Auch sie ist erkrankt, wie lange sie ausfällt, ist nicht klar.

Ingrid von Stamm ist Säule Nummer vier, zuständig für Planung, Terminierung und Buchung der Veranstaltungen. Auch sie fällt im Augenblick wegen Krankheit aus. Die fünfte Säule schließlich ist Inge Drewel, Leiterin des Plattkrinks! Sie erholt sich noch von eienr längeren Krankheit, ist zwar wieder dabei, aber muss mit ihren Kräften haushalten.

Der Wissenschaftler und Autor Jochen Pragal, einer von denen, die den Vorstand seit Jahren unterstützen, hält deshalb die Zeit für einen personellen Neuanfang für gekommen. „Wir müssen neue Wege suchen, wenn wir auch in Zukunft das Qualitätsniveau halten wollen“, sagte er vor den Besuchern des Neujahrsempfangs. Das sieht auch Lorena Gocchio-Klatt so, ebenfalls eine von denen, die aus der zweiten Reihe nach vorne gerückt sind, um die Geschäfte des Vereins in dieser personell schwierigen Zeit auf dem Laufenden zu halten. „Wir müssen dem Vorstand eine Perspektive bieten, und dazu brauchen wir neue Leute.“

Alle drei sind sich einig: So weiterzumachen wie bisher, ist keine Alternative. Für den Haselauer Kantor und Musiker Michael-Horn Antoni eine „Titanen-Arbeit“, die vor dem Verein liegt. Eine schaffbare allerdings: „In der Haseldorfer Marsch gibt es viele kulturaffine Menschen“, sagte er. Am 13. Februar treffen sich die Mitglieder zur Hauptversammlung. Dann wird es vor allem um die Zukunft des Vereins gehen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert