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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 07:25 Uhr

Modellprojekt : Hilfen für eine Minderheit

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein Junge verweigert jegliche Mitarbeit im Unterricht, ein anderer stört und bedroht ständig die Klassenkameraden. Ein Mädchen weigert sich nur, mit dem Schulbus mitzufahren. All das sind zwar Einzelfälle, aber selbst für jene wenigen Fälle gibt es im normalen Schulsystem kaum Hilfen. Um den betroffenen Kindern einen Weg aus dieser Sackgasse zu ebnen, wurde im Kreis Pinneberg ein Modellprojekt gestartet mit dem Namen „kooperatives Schultraining“. Hier arbeiten Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen und Psychologen eng zusammen, um diejenigen aufzufangen, die keine Chance mehr haben, im Schulsystem zurechtzukommen. Die Jungen und Mädchen werden ganz aus ihrer alten Klasse herausgenommen, sollen Vertrauen aufbauen zu ihren Begleitpersonen und anschließend Schritt für Schritt an ihre neue Partnerklasse herangeführt werden.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 21:37 Uhr

„Wichtig ist, dass die verschiedenen Stellen eng zusammenarbeiten“, sagt Jörg Matthews, bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zuständig für die Koordination des Schultrainings, jüngst bei einem Besuch der Landtagsabgeordneten Ines Strehlau (Grüne), die vom Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses des Kreistags, Thorsten Fischer (SPD) begleitet wurde. „Wichtig ist auch, dass die Schüler sich verändern wollen und die Eltern mitarbeiten“, sagt Jürgen König, einer der Sozialpädagogen im etwa zehnköpfigen Team. Die Erfolge indes können sich sehen lassen. Von den 24 Jungen und Mädchen, die vom Start im September 2008 bis Januar 2013, im Schultraining mitmachten, kommen 20 (also 80 Prozent) in ihren Partnerklassen wieder allein zurecht.

Schon Grundschüler gehören dazu. Bis maximal siebte und im Notfall achte Klasse wird aufgenommen. Jeweils zwölf Jungen und Mädchen können gleichzeitig betreut werden. „Wir sind eng dran und versuchen, trotz aller Geldnot des Kreises Pinneberg, die finanziellen Rahmenbedingungen für diese wichtigen Projekte zu schaffen“, sagt Thorsten Fischer, Chef des Jugendhilfeausschusses.

„Es wird immer Jugendliche geben, die nicht ins Raster passen“, sagt Arno Winker, ehemaliger Leiter des Förderzentrums Geschwister-Scholl-Schule, die zusammen mit der benachbarten Grundschule Birkenallee und der Rosenstadt-Regionalschule die Partnerschulen für das Modell bildet.

Und die Lehrer sind von Beginn an eingebunden, wenn das Team prüft, ob und wo der betroffene Schüler unterkommen kann.

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