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Uetersener Nachrichten

20. Oktober 2017 | 11:05 Uhr

Portrait : Hilfe für die Kleinen Engel

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es gibt Menschen, die ihr Rentnerdasein nutzen, um zu reisen, sich um den Garten kümmern, vielleicht einfach nur das Leben auf dem Balkon oder der Terrasse genießen. Zu diesen Menschen gehört Lore Blohm nicht. Die Gymnasiallehrerin „muss immer was tun“, wie die Tochter Anja von ihr sagt. Lore Blohm engagiert sich für die „Kleinen Engel“ in Afrika. Vier Kindergärten hat sie in gut acht Jahren in Namibia („ein sehr großes und sehr armes Land“) eröffnen können. Unterstützung für ihre Arbeit bekommt die gebürtige Westfälin unter anderem aus der St. Johanneskirche in Appen.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2012 | 20:25 Uhr

1991 kam sie während einer Bustour in das ehemaligen Deutsch-Südwestafrika und wusste sofort, „das ist es“. 2003 wurde dann das „Hotel Mama“ geschlossen – Lore Blohm hat fünf Kinder – und sie zog nach Swakopmund, das von der Bevölkerungszahl vergleichbar mit Pinneberg ist. 1990 mit der Unabhängigkeit vom damaligen Apartheidsstaat Südafrika waren alle öffentlichen Kindergärten geschlossen worden. Dunkelhäutige Kinder gehören in Namibia zu den Schwächsten der Schwachen. „Nur die Hälfte aller Neugeborenen werden volljährig“, berichtet Lore Bohm. Kirchen und freie Träger stießen in die Lücke und eröffneten einige wenige Kindergärten. Außerdem kann jeder einen Hort gründen, ohne Rücksicht auf die Qualifikation. Dort sind zum Beispiel Strom und fließend Wasser selten vorhanden. Nicht im Zentrum von Swakopmund („das Sylt Namibias“) siedelte Lore Blohm ihre Kitas an, sondern in den Armenvierteln und Townships.

„Tolle Zufälle“ haben ihr bei der Finanzierung der Projekte geholfen. So unterstützt sie die Stiftung „Kleine Prinzen“ sowie die des Pro7-Moderators Elton. „Sie wissen, dass jemand vor Ort ist und ihre Spenden ankommen“, erklärt die 69-Jährige.

Aber auch ihr gesamter Abiturjahrgang 1977 verzichtete beim 50. Geburtstag auf Geschenke und bat stattdessen um Spenden für die „Kleinen Engel“. Zufällig kam auch der Kontakt zur St. Johanneskirche zustande. Mutter und Tochter Bohm besuchten einen Flohmarkt im Bürgerhaus, kauften Spielsachen und baten um Preisnachlass für die Kinder in Namibia. Den bekamen sie nicht nur, sondern ihnen wurden auch noch nicht verkaufte Spielsachen gespendet.

Von der Aktion hörte Pastor Frank Schüler. Lore Bohm – ihre Tochter arbeitet übrigens als Reitlehrerin auf dem integrierten Reiterhof Gut Schäferhof – hielt auf seine Einladung Vorträge über ihre Arbeit.

„Den Kleinen Engeln helfen wir gerne“, freut sich der Appener Pastor. Und so können jetzt gut erhaltene Kinderbekleidung und Spielsachen während den Öffnungszeiten im Gemeindebüro Opn Bouhlen abgegeben werden. www.projekt-kleine-engel.de

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