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Ein Jahr Sprachcafé : Hier klappt die Hilfe zur Integration

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Als vor mehr als einem Jahr in Tornesch die ersten Flüchtlinge ein neues Zuhause fanden, waren schnell Ehrenamtliche bereit, den Asylsuchenden hilfreich zur Seite zu stehen.

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erstellt am 30.Sep.2015 | 22:23 Uhr

Im Rahmen der Interkulturellen Woche riefen die Ehrenamtlichen in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Tornesch-Uetersen, in der bereits zum damaligen  Zeitpunkt finanziert durch Tornesch und das Amt Moorrege Deutschkurse für Asylsuchende angeboten wurden, ein Sprachcafé als wöchentlichen Treff ins Leben. Ziel der zwanglosen Begegnung sollte sein, den Flüchtlingen beim Erwerb der deutschen Sprache und im neuen Alltag zu helfen und ein gegenseitiges Kennenlernen von Kulturen zu ermöglichen.

Schnell gaben die Sprachpaten und Asylsuchenden, die auch aus Umlandkommunen regelmäßig zu dem Treff kamen, ihrem Sprachcafé den Namen „Come TOgether“, wobei das TO für Tornesch steht. Seit einem Jahr kommen nun jeden Freitag Sprachpaten und Flüchtlinge bei „Come TOgether“ zusammen. Zwischen einigen Teilnehmern haben sich aus diesen Begegnungen Freundschaften entwickelt. So wie bei der SPD-Ratsfrau Susanne Dohrn und der Flüchtlingsfamilie, auf die sie vor einem Jahr im Sprachcafé getroffen ist.

Aus den anfangs 15 Sprachpaten sind inzwischen 85 Paten geworden, die regelmäßig Kontakt zu den mittlerweile in Tornesch lebenden 152 Flüchtlingen, darunter 21 Familien, halten oder auf Abruf helfend zur Seite stehen. Ehrenamtliche Koordinatorin dieser vielen Helfer, die neu ankommende Flüchtlinge im Rathaus nach der Erstbetreuung im Ordnungsamt und im Amt für Soziale Dienste in Empfang nehmen, sie zu der von der Stadt zur Verfügung gestellten Wohnung begleiten, mit ihnen zur DRK-Kleiderkammer gehen und sie bei behördlichen Dingen und im Alltag unterstützen, ist Brigitte Berger.

Die 57-Jährige hat ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut. „Mittlerweile haben wir auch einen Sportbeauftragten unter uns, der die Integration der Flüchtlinge in Sportangebote vor Ort betreut“, erzählt sie. Dank ihr, den weiteren Sprachpaten, der guten Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, in der Sprachkurse angeboten und demnächst auch interkulturelle Mal- und Nähkurse stattfinden sollen, sowie der guten Zusammenarbeit mit der Verwaltung, die bislang alle Flüchtlinge in kommunalen oder angemieteten Wohnungen zentrumsnah unterbringen konnte, wird den Asylsuchenden Hilfe zur Selbsthilfe gegeben.

So haben sie mit den Sprachpaten ein Sommerfest gefeiert, kochten zum Stadtfest für den Treff im Zelt der Kulturen Speisen aus ihrer Heimat, besuchten das Fest zum Weltkindertag und sind beim Stadtwerkelauf mit von der Partie. Wer kann, bringt sich mit seinen Sprachkenntnissen ein oder hilft bereits neu ankommenden Flüchtlingen, sich zurechtzufinden. Bis zum Jahresende bekommt Tornesch in jeder Woche etwa fünf weitere Asylbewerber zugewiesen, muss also jede Woche eine Wohnung zur Verfügung stellen.

Ausstellung mit Flüchtlingsporträts „Das bin ich“

Im Rahmen der Interkulturellen Woche wird morgen, Freitag, 2. Oktober, nicht nur interkulturell das einjährige Bestehen des Sprachcafés gefeiert, sondern werden im Rahmen des Treffs von 15.30 bis 17 Uhr im Stadtteilbüro, Pommernstraße 99, auch Kurzporträts ausgestellt, die 18 Frauen und Männer unterschiedlicher Nationalitäten mithilfe der Sprachpaten über sich in deutscher Sprache erstellt haben. Unter dem Motto „Das bin ich“ geben sie auch über ihre Berufe, Ausbildung und Sprachkenntnisse Auskunft.

Die Porträts sollen in einer späteren Ausstellung in der VHS Vertretern der Wirtschaft gezeigt werden.

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