Nachhaltigkeit : Hetlingen und die Vereinten Nationen

Als bisher einzige Gemeinde in Schleswig-Holstein und kleinste in Deutschland bekommt Hetlingen am 25. November die Auszeichnung „Gemeinde der Weltdekade – Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

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13. November 2013, 19:37 Uhr

Damit würdigen die Vereinten Nationen besonderes Engagement und vielfältige Initiativen, um in erster Linie Kinder und Jugendliche in die Lage zu versetzen, die Konsequenzen ihres Handelns für künftige Generationen abzuschätzen.

Hetlingens Bürgermeisterin Barbara Ostmeier hat gestern angekündigt, zur Übergabe der Urkunde nach Frankfurt reisen zu wollen. Außerdem wird sie eine Fahne, einen Stempel sowie das Recht, das offizielle Dekade-Logo im Zusammenhang mit den nachhaltigen Bildungsprojekten der Gemeinde zu nutzen, mit nach Hause bringen. Mit einem Geldpreis ist die Auszeichnung dagegen nicht verbunden.

„Diese Auszeichnung passt unheimlich gut zu unserer Gemeinde, weil hier sehr viel für die Umweltbildung getan wird“, sagte Barbara Ostmeier. Sie wolle die Urkunde deshalb stellvertretend für alle diejenigen entgegennehmen, die in Hetlingen für die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung aktiv seien.

Zwar ist die Anerkennung eher ideellen Charakters, Barbara Ostmeier erhofft sich davon dennoch Vorteile für Hetlingen. Sie biete allen Aktivitäten eine neue Perspektive, gebe dem Bemühen, zukunftsfähig zu bleiben, einen Schub und sei ein Alleinstellungsmerkmal. Vor allem aber hofft die Bürgermeisterin darauf, dass das Thema endlich stärker in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt wird. „Es gibt viele Menschen, die mit dem Begriff der Bildung für nachhaltige Entwicklung immer noch nichts anfangen können. Dabei steckt dahinter eine tolle Idee.“ In erster Linie werden mit der Auszeichnung die Initiativen gewürdigt, die die Menschen mit Kompetenz im Umgang mit Ressourcen ausstatten. Hetlingen legt dabei den Schwerpunkt auf die frühkindliche Bildung.

Hier wird die Arbeit auf viele Schultern verteilt, vorhandenes Fachwissen und Kapazitäten geschickt genutzt: Der azv Südholstein ist mit im Boot, auch die Arge Umweltschutz, die BI Haseldorfer Marsch, Grundschule und Kindergarten ebenfalls. Hinzu kommt privates Engagement, durch das etwa der Bau von Sonnenkollektoren auf dem Dach des Kindergartens möglich wurde.

Kaum großes Gewerbe, die unmittelbare Nähe zum Naturschutzgebiet mit den einher gehenden Einschränkungen und das große Klärwerk auf Gemeindegebiet, was viele Kommunalpolitiker lange für handfeste Nachteile hielten, erweist sich inzwischen durchaus als Vorteil.

Die Jury jedenfalls haben die Hetlinger Konzepte überzeugt, und „es war keine Frage, dass die Gemeinde die Auszeichnung erhält“, sagte Professor Gerhard de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und damit Chef der Jury, in einem Schreiben an Hetlingens Bürgermeisterin.

Neben Hetlingen bekommen in diesem Jahr auch die Gemeinde Markt Eggolsheim (Metropolregion Nürnberg, 6700 Einwohner) und die Stadt Solingen (Nordrhein-Westfalen, 160000 Einwohner) die Auszeichnung.

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