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Neujahrsempfang : Hetlingen schickt ein Lied nach Kabul

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Menschlich, fröhlich, tolerant, kraftvoll, legendär und herzlich, vor allem aber zupackend – mit diesen Adjektiven haben die Gäste des traditionellen Hetlinger Neujahrsempfangs gestern die Marschgemeinde und ihre Bürger beschrieben. Das Programm der mehr als zweieinhalb Stunden dauernden Veranstaltung in der ländlich-frühlingshaft geschmückten Mehrzweckhalle zeigte, wie richtig sie damit liegen.

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2016 | 21:48 Uhr

Aber auch die Gäste sorgten für manche Überraschung und mehr noch: für Momente mit einem ganz besonderen Zauber. Oberst Markus Kurczyk etwa hatte eine Videobotschaft mitgebracht, entstanden im vergangenen Jahr während einer Probe des Elbkinderchores in Hetlingen.

Die Kinder sangen vor laufender Kamera das Lied „Lieder, die wie Brücken sind“ in Deutsch und Englisch und gaben den Film anschließend über den Kommandeur der Unteroffizierschule der Luftwaffe in Appen mit nach Kabul, wo die deutsche Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation dafür sorgte, dass afghanische Kinder ihn sehen und das Lied hören konnten. Inzwischen gibt es eine Antwort aus der afghanischen Hauptstadt, eine, die gestern viele der Besucher zu Tränen rührte: Afghanische Jungen und Mädchen haben das Lied aus der Feder von Rolf Zuckowski, der ebenfalls unter den Gästen war, ihrerseits vor laufender Kamera eingesungen (auf Deutsch!) und das Video dann zurück an die Elbe geschickt. „Lassen Sie uns Brücken bauen, bevor es keine Handlungsoption mehr gibt“, sagte Kurczyk, der gleichzeitig dazu aufrief, zu diesem Zweck Ideen zu entwickeln und sich Mitstreiter für die Umsetzung zu suchen. Zu denen, die diesem Appell längst nachgekommen sind, gehören Karola Timm, Marion Martinsteg und Maren Fischer.

Die Mitbegründerinnen des Hetlinger Willkommensteams helfen seitdem unentwegt dort, wo sie gebraucht werden, und haben sich dabei ein riesiges und tragfähiges Netzwerk aufgebaut. Bürgermeisterin Monika Riekhof zeichnete sie stellvertretend für alle anderen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer aus und überreichte einen Scheck in Höhe von 100 Euro. Die volle Aufmerksamkeit der Besucher dürfte auch der Vorsitzende des Kinder- und Jugendbeirates, Julius Körner, gehabt haben, mit dem zum ersten Mal ein ganz junger Hetlinger Bürger auf der Liste der Redner während eines Neujahrsempfanges stand. In geschliffenen Worten, sicher und humorvoll schilderte er die Aufgaben und Projekte des Gremiums und warb für neue Mitstreiter, um dem Beirat eine Zukunft zu ermöglichen. Seine bloße Existenz reiche nicht aus, schrieb er den Bürgern ins Stammbuch. „Der Beirat muss mit Leben gefüllt werden, und deshalb rennen wir mit.“ Der Jugendbeirat wolle das Leben in der Gemeinde mit gestalten, „und dafür machen wir von unserem Rederecht Gebrauch“, sagte Julius Körner, der alle Hetlinger aufforderte, es den Jugendlichen nachzutun und sich mehr für die Politik in der Gemeinde und deren Themen zu interessieren.

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