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Kulturpreis : Herz und Seele der Theaterwerkstatt

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein ähnliches Gefühl wie Bürgermeister Walter Rißler dürfte vielen im großen Saal des Dörpshus gekommen sein. „Man meint, da mitspielen zu müssen“, sagte er, nachdem Marcus Stocker die Laudatio auf die neue Holmer Kulturpreisträgerin Gabriele Lipp gehalten hatte. Die Schauspielerin, Regisseurin und Leiterin der Theaterwerkstatt beschrieb er nicht nur mit viel menschlicher Wärme, Präzision und einer ordentlichen Prise Ironie („Dame, Kumpel, Anführer“). Nebenbei gab es auch noch Szenen aus dem Innenleben der Truppe.

Gabriele Lipp sei „Herz und Seele“ der Gruppe im Kulturverein, urteilte Stocker, und dafür verantwortlich, dass sie nicht als Laienschauspieler, sondern als Amateurtheatergruppe wahrgenommen werde.

1991 zog die gebürtige Berlinerin nach Holm und nahm nicht für sich, sondern für ihren Vater Kontakt mit der Theaterwerkstatt auf, berichtete der Schauspielerkollege. Der war Filmarchitekt und seine Tochter suchte eine Betätigung im Ruhestand für ihn. Der Senior kümmerte sich ab dann um die Bühne der Theaterwerkstatt.

Über ihren Vater fand sie doch noch zu den Holmer Darstellern. Stocker erinnerte sich an einen ersten gemeinsamen Auftrittt, während dem sich Gabriele Lipp, die alle nur „Gabi“ rufen, ihre Fingernägel lackieren musste. Das Lampenfieber war so groß, dass sie nur selten ihre Fingernägel traf. „Heute zittert sie nur, wenn es die Rolle verlangt“, sagte der Laudator.

20 abendfüllende Stücke habe sie seitdem gespielt, dabei sowohl in kommödiantischen als auch ernsten Rollen brilliert. Die Leitung der Theatergruppe übernahm sie vor 18 Jahren, die Regie kam ebenfalls hinzu. „Ihre Geheimwaffe“ sei es, so verriet Stocker, zur Generalprobe eine Flasche Sekt auf den Tisch zu stellen.

„Ick freu mir“, gab die Geehrte in ihrer Dankesrede zu. Das Theaterspielen sei ein zeitintensives, aber auch wunderschönes Hobby. Ohne ihre Mitstreiter hätte sie die Auszeichnung allerdings nicht bekommen. „Wir sind eine große Theaterfamilie, in der ich mich wohl fühle.“

Gabriele Lipp nutzte die Gelegenheit für „eine kleine Meckerecke“. Ärgerlich aus ihrer Sicht, dass immer wieder um bereits abgestimmt Termine für Theateraufführungen gekämpft werden muss.

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erstellt am 14.Nov.2014 | 18:44 Uhr

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