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Uetersener Nachrichten

17. Dezember 2017 | 19:15 Uhr

Vernissage : „Herr Müller“ und andere Jungs

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Am Sonnabend wird im Museum Langes Tannen wieder eine Ausstellung eröffnet, die schon jetzt, im Vorfeld der Vernissage, Schlagzeilen macht. Ausstellender ist der bekannte Bildhauer und Illustrator Jonas Kötz, der auf Krautsand zu Hause ist, auf der schönen Elbinsel bei Stade. Wer Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung sein möchte, sollte am morgigen Sonnabend, 27. Februar, rechtzeitig erscheinen. Los geht es um 16 Uhr. Museumsleiterin Dr. Ute Harms rechnet mit einem starken Besucherandrang.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2016 | 20:13 Uhr

Kötz begann nach einem Kommunikationsdesign-Studium in den frühen 1990er Jahren Kinderbücher zu schreiben und zu illustrieren. Mit seinen Zeichnungen und Geschichten erfreut er seitdem Kinder wie Erwachsene. Viele seiner Geschichten, von denen einige als Illustrationen in der Museumsscheune zu sehen sind, spielen auf Krautsand.

Es sind seine Nachbarn und Freunde, der Postbote, der Schäfer von nebenan und der Busfahrer, die als Protagonisten in seinen Zeichnungen in Erscheinung treten. Auch in den „Krautsander Geschichten“, die Jonas Kötz für die Sesamstraße schrieb, sind sie verewigt. Das Zeichnen ist für den Künstler ein wichtiger Ausgleich zur Bildhauerei. Dieser zweite Arbeitsbereich des Familienvaters hat ihn vermutlich noch bekannter gemacht. Denn viele Menschen kennen seine kleinen, hölzernen Männer, die er selbst als „Jungs“ bezeichnet. Man begegnet ihnen immer wieder auch im öffentlichen Raum. So nun auch im Museum Langes Tannen. Eigens für die Ausstellung hat Jonas Kötz „Herrn Müller“ angefertigt und ihn zwischen Scheune und Herrenhaus eingegraben. Entstanden ist er mit Motorsäge und Schnitzmesser, schaut nun keck aus der Wäsche und, so scheint es, pfeift ein Liedchen. „Herr Müller“ kostet 3500 Euro, wobei die Museumsleiterin ihn schon ins Herz geschlossen hat und liebend gerne behalten würde. Spenden für einen Ankauf werden am Sonnabend dankend entgegen genommen. Und wer das hartnäckige Verhandlungsgeschick von Ute Harms kennt, der weiß, dass es ihr an Überzeugungskraft in Sachen Rabatte nicht fehlt. Auch den Künstler selbst hatte sie einst überzeugt, dass das Museum in Uetersen genau der Ausstellungsort ist, der ihm noch fehle. „Herr Müller“ ist nur eine Figur, die der Künstler eigens für die Schau in der Rosenstadt neu gefertigt hat. Viele „Jungs“ beginnen daher in Uetersen ihre Karriere, ebenfalls mit dem Ziel, von dem einen oder der anderen mit nach Hause genommen zu werden. Natürlich gegen ein entsprechendes Entgelt. Eine Preisliste liegt aus. Während der Vernissage sprechen Bürgervorsteher Adolf Bergmann, die Museumsleiterin und Anna Simone Krüger, eine Hamburger Kunsthistorikerin.

Im Herrenhaus ist weiterhin die Ausstellung „Buchbilder - Bilderbücher - 30 Jahre Quetsche“ zu sehen, die bis zum 3. April verlängert wurde.

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