Demenzlotsen : Helfen und Zeit haben

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„Wie können wir Menschen, die an Demenz erkrankt sind und sich auf Grund einer anderen Krankheit bei uns im Klinikum aufhalten, gerecht werden?“, fragte sich Andrea van Schayck vom Regio Klinikum Pinneberg und stellte der Klinikleitung ihr nicht neues, aber bislang nicht praktiziertes Konzept vor.

shz.de von
21. September 2011, 20:26 Uhr

Die „Grünen Damen“, die als Ehrenamtliche bereits Lotsenfunktionen oder allgemeinen Besuchsdienst im Klinikum übernehmen, sollten geschult werden, um im Umgang mit -demenzkranken Patienten in der Zukunft besser agieren zu können. „Es ging uns vor allem darum, gemeinsam zu erarbeiten, wie man auf bestimmte Situationen besser vorbereitet ist“, so Andrea van Schayck. Der kaufmännische Direktor, Thomas Paßers war angetan von der Idee, schließlich nehmen Demenzerkrankungen auf Grund der demografischen Entwicklung in unserer Gesellschaft immer mehr zu. Stellte sich nun also noch die Frage nach der Finanzierung. Rund 10000 Euro sollte die Ausbildung kosten, die zusammen mit dem Rauhen Haus in Hamburg organisiert wurde. Hier kam dann der Förderverein des Klinikum Pinneberg e. V. auf den Plan.

Dessen Vorsitzende, Ingeborg Triskatis, die seit fünf Jahren dem Verein als erste Vorsitzende vorsteht, wollte die Idee unbedingt verwirklichen. In den Gremiensitzungen warb sie für die Bereitstellung eines großen Teils des vorhandenen Budgets, um die Ausbildung der Ehrenamtlichen zu finanzieren. „Wir haben dann 7000 Euro aus Mitteln des Fördervereins zur Verfügung gestellt“, sagte Ingeborg Triskatis, die wohlwollend feststellte, dass der Verein sogar ein Gros der Ausbildungskosten übernahm. Sandra Eisenberg vom Rauhen Haus Hamburg und Dozentin für Gerontopsychiatrie, hat die Ausbildung für das Klinikum Pinneberg durchgeführt. „Meistens ist es einfach ein Gespräch mit den Patienten, um ihnen das Gefühl zu geben, dass sie hier nicht allein und verlassen sind, sondern immer noch ein Teil der Gesellschaft sind“, erzählt Monika Hennig, die Vorsitzende der „Grünen Damen“, in deren Reihen sich aber auch einige Männer befinden. Seit 19 Jahren sind die ehrenamtlichen Helfer im Klinikum im Einsatz und sehen nach der Ausbildung zum „Demenzlotsen“ ihrer neuen erweiterten Tätigkeit mit Spannung und auch Freude entgegen. Auch im kommenden Jahr sollen weitere Ehrenamtler aber auch Pfleger weitergebildet werden.

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