Neuer Elbedüker : „Helene“ hat's geschafft

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Der neue Elbtunnel zwischen Hetlingen und Lühesand steht. 113 Tage und Nächte lang grub sich der Bohrer „Helene“ von der Hetlinger Schanze aus unter dem Flussbett hindurch. Am 4. Dezember erblickte er auf der Insel Lühesand das Tageslicht.

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11. Dezember 2014, 20:07 Uhr

„Dass wir so durchkommen würden, hatten wir nicht gedacht“, sagte Dr. Philipp von Bergmann-Korn, Sprecher des Bauherrn, der Firma Gasunie Deutschland. Er stellte zusammen mit Projektleiter Peter Arends, Oberbauleiter Daniel Bley und Volker Bölke von der Firma Gasunie vor rund 20 Besuchern im Hetlinger Feuerwehrgerätehaus den Stand der Arbeiten dar.

Der Bohrer blieb nur einmal stecken. Nach etwa 140 Metern traf er auf einen Findling, der mindestens denselben Durchmesser wie er selbst hatte: etwas mehr als drei Meter. Die Arbeiter stiegen in der 6,5 Meter langen Maschine bis zum Bohrerkopf vor, um das Hindernis zu untersuchen. Durch langsames Drehen sei der Stein zerfallen und nach unten weggedrückt worden, berichtete Bley. Im Schnitt legte „Helene“ pro Tag 40 Meter zurück. Hinter ihr wurden je vier Meter lange Betonrohrsegmente in den Tunnel geschoben. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hatte den Bau eines neuen Elbedükers verlangt, weil der alte nur vier Meter unter dem Flussbett liegt. Anker der Containerschiffe könnten ihn beschädigen. Der neue 1540 Meter lange Düker verläuft bis zu 16 Meter unter der Flusssohle.

Bis Ende Februar sollen zwei stählerne Gas-Pipelines und zehn Kunststoffrohre für Leitungen der Telekom und des Schifffahrtsamts eingezogen werden. Dazu werden am Ufer vier Stränge à 400 Meter vorbereitet, die von Lühesand aus auf Loren durch den Tunnel gezogen werden.

Ab April soll der alte Düker abgebaut werden. Die Ausschreibung läuft. Baggerschiffe sollen die Leitungen freilegen. Aus dem ausgehobenen Schlick wird an der Hetlinger Schanze eine Rampe aufgeschüttet, über die die Rohre mit einer Winde aus dem Wasser hinausgezogen werden. Etwa zwei Tage lang müssen dazu der innere und äußere Deichverteidigungsweg gesperrt werden. Mit dem Rampenmaterial wird anschließend die Rinne im Fluss aufgefüllt. Bis November will die Gasunie das Baufeld spurlos beseitigen lassen.

Der Gemeindevertreter Ralf Hübner (Freie Wahlgemeinschaft Hetlingen) beklagte den Zustand des Deichverteidigungswegs, über den Lkw Material an- und abfahren. Bley betonte, dass einerseits die Gasunie, andererseits die ausführende Firmengemeinschaft a.hac Drillcon die Wege wöchentlich kontrollieren. Alle zwei oder drei Wochen werde ausgebessert.

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