Personalquerelen : Heist droht dem DRK mit Kita-Kündigung

Zu einer Brandrede hat sich Bürgermeister Jürgen Neumann während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Soziales veranlasst gesehen. Auslöser sind Missstände rund um den DRK-Kindergarten. Es gebe Stimmen, so der Christdemokrat, die eine prophylaktische Kündigung des Trägervertrages mit dem Kreisverband forderten. Erst 2010 hatte das Rote Kreuz die Trägerschaft vom Elternverein übernommen. Der Vertrag läuft noch bis 2015.

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23. November 2012, 21:25 Uhr

Immer wieder seien Eltern zu ihm gekommen, so Neumann. Der Ausschussvorsitzende Dr. Peter de Biasi (CDU) berichtet von einem dreiseitigen Schreiben des Elternbeirates. „Da brennt der Baum“, schlussfolgerte der Bürgermeister.

Nach UeNa-Recherchen sind Querelen innerhalb der Belegschaft Auslöser der Elternbeschwerden. Mobbing und Konfrontationen wirken sich zum Nachteil der Kinder aus. Angebote, wie sie in modernen Kindergärten üblich sind, können deswegen nicht oder nur eingeschränkt stattfinden.

Im Sommer vereinbarten Neumann und de Biasi ein Gespräch mit dem DRK-Kreisgeschäftsführer Reinhold Kienle. Man klärte, wie die karitative Organisation die Probleme angehen könnte. Es wurde auch vereinbart, dass der Rotkreuzler Rückmeldung gibt. „Seitdem warte ich auf einen Anruf von Herrn Kinle“, sagte Neumann, der sich wundert, „dass Gesprächsangebote der Gemeinde nicht angenommen werden.“ Um Veränderungen im Hort hatten sich auch die Elternvertreter bemüht. Für sie war der Geschäftsführer nach UeNa-Informationen auch nur schwer erreichbar. Die Heistmer Mütter haben in ihrer Not den Kreis-Elternbeirat eingeschaltet, für den Kinle ebenfalls nicht zu sprechen war.

Zur Ausschusssitzung erschien die Kita-Leiterin Ute Münster. Sie berichtete von drei Supervisionen, die der „Teamzusammenführung“ dienen sollten. „Es bringt was“, urteilte sie.

Für Unmut hat bei den Politikern weiterhin der Umgang des DRK mit den Finanzen gesorgt. So gab es im vergangenen Jahr ein Defizit bei der Essensabrechnung, das die Gemeinde decken musste. Haushaltspläne werden zu spät eingereicht. Ärger löste der Voranschlag für das kommende Jahr aus. Der wurde als zu üppig erachtet und von den Heistmer zusammengestrichen – was das Rote Kreuz akzeptierte. Neumann appellierte an die „Sparsamkeit“ des Kita-Betreibers.

„Das ist ein Missverständnis“, erklärte Kinle auf UeNa-Anfrage. Er wollte am Ende des Supervisionsprozesses berichten. Ein letzter Termin sei für Januar geplant. Angesichts des Verlaufes der Ausschusssitzung werde er jedoch so schnell wie möglich mit der Gemeinde Kontakt aufnehmen.

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