Historischer Moment : Heidraben hat ein Wappen

Nach jahrelangen Diskussionen haben die Gemeindevertreter einen Wappen-Entwurf, an dem unter anderem der verstorbene Altbürgermeister Udo Tesch mitgewirkt hat, verabschiedet. Das Landesarchiv hat bereits grünes Licht gegeben.
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Nach jahrelangen Diskussionen haben die Gemeindevertreter einen Wappen-Entwurf, an dem unter anderem der verstorbene Altbürgermeister Udo Tesch mitgewirkt hat, verabschiedet. Das Landesarchiv hat bereits grünes Licht gegeben.

Als einzige Gemeinde im Kreis Pinneberg hatte Heidgraben bislang kein Wappen. Das gehört nun der Vergangenheit an.

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31. März 2017, 16:30 Uhr

Heidgraben | „Von Silber und Rot durch einen schräglinken blau-silbernen Wellenbalken geteilt. Oben ein grüner Blütenstand mit acht roten Blüten der Besenheide, unten ein schräglinks gestellter silberner Torfspaten.“ Was zunächst nicht sonderlich spannend klingt, bedeutet für Heidgraben jedoch einen wichtigen Meilenstein in der Dorfgeschichte. Denn der Text beschreibt das Wappen, das künftig für die Gemeinde mit ihren 2790 Einwohnern stehen soll. Nach jahrelangen Diskussionen haben die Mitglieder der Gemeindevertretung den Entwurf am Dienstagabend angenommen. Damit hat nun auch die letzte Gemeinde im Kreis Pinneberg ihr eigenes Symbol. Bislang klaffte in entsprechenden Listen bei Heidgraben stets ein Loch.

Wie langwierig der Weg der Gemeinde zum eigenen Wappen war, machte Andrea Becker von der SPD während der Sitzung deutlich. Seit annähernd 15 Jahren begleite sie das Thema bereits. „Nach intensivsten, längsten Beratungen und kontroversen Diskussionen haben wir uns nun geeinigt“, sagte Becker und machte damit deutlich, dass es aus ihrer Sicht sehr schade wäre, wenn dem vorliegenden Entwurfe nicht zugestimmt würde.

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Doch die Gefahr bestand nicht. Denn nicht nur Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen (SPD) warb für das Wappen, indem er auf regelmäßige Nachfragen von Vereinen und Verbänden aus der Gemeinde verwies, auch Amtsdirektor Rainer Jürgensen vom Amt Marsch und Geest Südholstein sprach sich für das Wappen aus. „Für die Außendarstellung der Gemeinde wäre das eine tolle Sache“, so Jürgensen. Der Amtsdirektor verwies zudem auf die Wappenwand im Amtsgebäude in Moorrege. Dort habe auch Heidgraben einen Rahmen. Dieser sei zwar derzeit mit dem Schleswig-Holstein-Wappen bestückt, aber es wäre sehr schön, wenn das Heidgrabener Exemplar die Sammlung vervollständigen würde, so Jürgensen. Denn die übrigen neun amtsangehörigen Gemeinden besitzen allesamt ein eigenes Wappen.

Für den Entwurf zeichneten Manfred Langer, Betreiber des MarktTreffs und Vorsitzender des Sportvereins, sowie der im vergangenen Jahr verstorbene Altbürgermeister Udo Tesch verantwortlich. „Vor sieben Jahren haben wir die Idee gehabt“, berichtete Langer. Er erläuterte, dass es sich um ein sogenanntes sprechendes Wappen handelt. „Die Gemeinde Heidgraben hat früher viel mit Torf zu tun gehabt und wurde auch als ‚Schrubberdörp‘ bezeichnet, weil hier Besen gebaut wurden“, sagte Langer. Doch es gebe kein heraldisches Zeichen, um einen Reisigbesen darzustellen. Deswegen habe man sich mit dem Torfspaten und der Besenheide begnügen müssen, so Langer.

Langer war es auch, der den Entwurf samt Erläuterungen dem Landesarchiv in Schleswig präsentiert hat. Die Experten hatten die historische Begründung für Farb- und Figurenauswahl in einem Schreiben von Mitte Februar als anschaulich und nachvollziehbar bezeichnet und somit grünes Licht gegeben.

Mit dem einstimmigen Beschluss der Gemeindevertretung kann nun die Eintragung in die offizielle Wappenrolle Schleswig-Holsteins erfolgen. Gleichzeitig wurde beschlossen, das Wappen auch als Flagge zu verwenden. Dafür ist laut Verwaltung allerdings ein vollständiger Neuaufriss erforderlich. Sobald dieser erfolgt ist, soll der Entwurf ebenfalls nach Schleswig geschickt werden.

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