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Keine Kostenbeteiligung : Heidgraben verweist auf Gesetze

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Aufregung in der Nachbarkommune Uetersen, dass sich seine Gemeinde an den Unterhaltungskosten des Gewässers Heidgraben auf Uetersener Gebiet beteiligen müsste, kann Bürgermeister Udo Tesch nicht nachvollziehen. Nie und nimmer führe der Heidgraben zu 50 Prozent Regenwasser aus seiner Gemeinde.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2013 | 21:11 Uhr

Seit mehr als 25 Jahren sei bei Heidgrabener Neubauprojekten keine Regenwasserleitung mehr gebaut worden, sondern erfolge die Oberflächenwasserentsorgung über Teiche, Mulden und Gräben, so Tesch. Auch sei der Wasserstand des Heidgrabens an der Flurgrenze zu Uetersen in Höhe Theodor-Storm-Allee mehrfach gemessen worden. Selbst bei starken Regengüssen trete das Wasser an der Ortsgrenze nicht über. Bürgermeister Udo Tesch verweist auf wasserrechtliche Bestimmungen, bei denen der Unterlieger verpflichtet ist, das Wasser des Oberliegers aufzunehmen. Seine Gemeinde komme ja auch nicht auf die Idee, von Klein Nordende Geld zu verlangen, denn der Heidgraben beginnt in Klein Nordende und führt dann in Heidgraben zu 90 Prozent durch landwirtschaftlich genutzte Flächen.

„Wir sind Mitglied im Wasserverband Pinnau-Bilsbek-Gronau und zahlen unseren Kostenanteil zur Unterhaltung der Gewässer in dem Verband. Auch der Heidgraben gehört dazu“, betont Udo Tesch. Uetersen habe die Unterhaltung des Gewässers Heidgraben auf Uetersener Gebiet selbst übernehmen wollen und sei nur für den Ohrtbrookgraben mit in dem Verband, so Tesch.

Er hat den Wasserverband Pinnau-Bilsbek-Gronau mit ins Leben gerufen und ist seit 1972 stellvertretender Verbandsvorsteher. Die Probleme Uetersens vor ein paar Jahren mit Überschwemmungen in der Fußgängerzone seien „hausgemacht“ gewesen und hätten nichts mit der Wasserführung des Heidgrabens, sondern mit einer zu kleinen Verrohrung innerhalb der Stadt zu tun. „Früher war der Graben vom Mühlenteich des Rosariums kommend im Stadtgebiet offen und führte bis zur Alten Meierei und den Klosterwiesen, die als Überflutungsflächen dienten“, erinnert sich Udo Tesch. Mit dem Bau des Rathauses und der Marktplatzgestaltung erfolgte die Verrohrung des Grabens mit Führung zum Stichhafen. „Es gibt keine rechtliche Grundlage, dass sich Heidgraben an den Kosten für die Ableitung von Regenwasser durch Uetersen beteiligen muss“, so Tesch. Das habe er in Gesprächen bereits 2008 mit dem Uetersener Bürgermeister Wolfgang Wiech und jetzt mit Bürgermeisterin Andrea Hansen deutlich gemacht. Und das werde auch so von der Wasserbehörde des Kreises gesehen. „Wir haben doch nichts zu verschenken und werden nicht für etwas zahlen, wofür wir nicht verpflichtet sind“, macht Udo Tesch deutlich. Und wieso der Kostenanteil seiner Gemeinde 23000 Euro betragen sollte, ist ihm schleierhaft. Die Verwaltung Uetersen spricht mittlerweile noch von 30000 Euro „strittigen“ Kosten, die unter die Bagatellgrenze fallen würden.

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